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Donnerstag, 19. Mai 2016

Der wichtigste Mensch

The most important person
(englisch version below)

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das auf den ersten Blick nichts mit Pferden zu tun hat, aber trotzdem enorm wichtig ist. Über jemanden, der einfach mitspielen muss, damit wir dieses Hobby - oder diese Passion - ausleben können und der einen großen Einfluss auf unseren Gemütszustand haben kann - und damit auch auf unsere Arbeit mit dem Pferd:
Über den Partner, den Ehemann, den wichtigsten Menschen auf der Welt.

Ich verbringe viel Zeit im Stall oder auf dem Weg zum Stall, mit Pferdebüchern, beim Reitunterricht oder (hin und wieder) mit diesem Blog. Dabei ist die Gefahr groß, dass die Familie manchmal zu kurz kommt. Für meinen nicht-reitenden Mann ist diese vollständige Hingabe für ein Hobby kaum nachzuvollziehen. Ich weiß, dass ich viel Toleranz und Verständnis von ihm fordere, wenn ich abends erledigt von Arbeit und Stall nach Hause komme und nur wenig Zeit für ihn habe. Oder wenn ich kein Geld für einen großen Urlaub habe, weil alles für Stallmiete und Zubehör drauf geht. Und ich bin so unendlich dankbar dafür. Hin und wieder überkommt mich ein schlechtes Gewissen. Müsste ich mehr Zeit zuhause verbringen?

Sicher ist: Ohne seine Zustimmung würde es nicht gehen. Würde er sich regelmäßig beschweren, hätte ich ein (noch größeres) schlechtes Gewissen und wäre am Stall nicht bei der Sache und unglücklich. Wohin das führt, wissen wir ja.

Leider sind meine Möglichkeiten, ihm für diese Unterstützung zu danken, gering. Ich kann nur versuchen, allen seinen Ideen,  Hobbies und Wünschen ebenso aufgeschlossen zu sein und immer für ihn da zu sein. Immer. Das ist es ja auch, was ich möchte, für immer mit ihm glücklich sein. Für mich, nicht für die Pferde, aber dennoch mit einer unheimlich starken Wirkung auch auf sie.



Today, I am going to write about something which has nothing to do with horses on the first view but is extremely important. About somebody who has to agree, if we want to live our hobby - or passion - and who has a big influence on our mood - and hence on our work with the horse:

 About the partner, the husband, the most important person in the world.

I spend a lot of time in the stable, on my way there, with horse-books, with riding pupils or (from time to time) with this blog. Doing all this, the risk of somehow neglecting my familiy is high. For my non-riding husband is this complete dedication to my hobby hard to understand.
I know that I ask for a lot of tolerance and understanding, when I come home from work and horses late and there is only little time left for him. Or when I do not have enough money for a vacation as everything is blown up for stable rent and horse gadgets. And I am so endlessly thankful for that. From time to time I feel a bed concience. Should I spend more time at home?

One thing is for sure: Without his agreement I could not live the way I do. If he complained regularly, I would have an (even more) bad concience and would not be working my horses with all my heart and unhappy. We all know where that leads.

Unfortunately, my possibilities of thanking him for his support are small. I only can try to be as open and understanding for all his ideas, hobbies and wishes as he is and be always there for him. Always. That is, what I want: Be happy with him forever. For me, not for the horses, but none the less with a strong impact on them.

Sonntag, 15. Mai 2016

"Wow, wie hast du denn das gemacht?"

"Wow, how did you do that?"
(English version see below)

Ein Zitat von Kathrin aus der besten Reitstunde seit langem.
Kennt ihr das, wenn ihr übt und auch (kleine) Erfolge seht und in der Reitstunde klappt das dann einfach nicht mehr? Ich kenne das leider nur allzu gut.
In meiner letzten Stunde passte aber endlich mal alles. Salut war über Wochen konstant körperlich stabil und hochmotiviert. Sie wollte mitmachen, sich präsentieren und lernen. All unsere Trainingserfolge hab eich Kathrin im April stolz vorgeführt, sie war ganz ruhig und als ich nach ein paar schönen Übergängen zwischen Schulparade und Schulschritt anhielt, sagte sie: "Geil, wie hast du denn das gemacht?". Und dann hat das Ganze auch noch mit Übergängen in den versammelten Trab geklappt. Ich hätte meine Prinzessin knutschen können (na gut, das hab ich auch gemacht).

Wie habe ich das denn jetzt gemacht?
Ich weiß es nicht genau. Ich vermute aber, dass Salut mich wieder spiegelt.
Während der ganzen dreieinhalb Jahre, die ich an meiner Dissertation gearbeitet habe, ging es mir mehr oder weniger schlecht. Und Salut war unmotiviert und unmotivierbar. Irgendwann habe ich festgestellt, wie sehr dies zusammenhängt. Ihr könnt das alles hier nachlesen.
Im letzten Jahr, endlich befreit von meiner Arbeit und viel pferdemäßig unterwegs, entspannte sich Salut. Eine Freundin begann, ihr einen Trick - die Oberippe hochziehen - beizubringen (es hat fast ein Jahr gedauert).
Seit November 2015 habe ich nun einen Job, der mir Spaß macht, einen unbefristeten, was mir natürlich sehr viel Sicherheit gibt. Genauso lange läuft es auch mit Lü unglaublich gut. Es geht nur noch bergauf, nicht bergab, hin und wieder bleiben wir mal, wo wir sind, bevor es wieder weiter geht. Seit Conqui uns begleitet meine ich, noch mehr Ehrgeiz und Spaß bei ihr zu erkennen.
Nicht nur Kathrin und ich merken den Unterschied, auch eine Freundin, die Salut nur selten gesehen hat, sprach von einem neuen Straheln, das man bei uns beiden merkt.

Salut ist lustig, lebenslustig und motiviert, sie führt jedem ihre Tricks vor und lernt sehr schnell Neues. Wir haben so viel Spaß zusammen wie selten zuvor.
Hoffen wir, dass mir mein Job noch lange gefällt!
Hoffen wir, dass uns beiden unser Leben wie es ist, noch sehr lange gefällt!


That is a quote from my last lesson with Kathrin.
Do you know the situation: You have been practicing hard and could see (small) results and the moment you want to show everything in a lesson, you are not able to show anything of that? I have experienced this too often.

In my last lesson finally everything was perfect. Salut had been stable both physically and mentally over weeks and she was highly motivated. She wanted to perform and learn. All the things we had practiced before we showed to Kathrin and she was all quiet and when I stopped Salut after some transitions between school walk and school halt she said: "Wow, how  did you do that?".
And then the transitions also worked out perfect with the collected trot. I could have kissed my princess (and I did).

How did I actually do that?
I do´nt know for sure. I strongly persume that Salut is mirroring me again.
During all the three years of my doctoral thesis, I was more or less miserable. And Salut was unmotivated and un-motivatable. At some point, I noticed how this was connected with my feelings. You can read that here.
During the last year, finally freed from my thesis and the work I did not like, I was working with horses a lot and Salut began to relax. A friend of mine taught her a trick - lifting the upper lip (needed nearly a year for that). 
From November 2015 on I have a new job which I really like, an open-ended employement, which gives such a feeling of safety! Since that, Salut´s and my work is getting better and better, it´s going uphill, never down, sometimes we stay at a point for a while before going on. Since Conqui is with us I think I feel even more ambition and fun on Salut´s side.

Even a friend who has not seen us for a while said she noticed a new sparkle at both of us.
Salut is cheerful and motivated, she likes to show her tricks to everybody and learns new things quite fast now. We have more fun together than we had for a long time.
Let´s hope, I will like my job for very long!
Let´s hope, we both will like our lives as they are for very long!


Sonntag, 30. August 2015

Drei Monate danach

Three months after 

(English version see below)

Ich bin tatsächlich schon fast drei Monate wieder zuhause. Zurück aus Toreby, der Pferdeblase. Zurück in meinem normalen Leben, zurück am Schreibtisch. Was habe ich die ganze Zeit getan? Wie empfinde ich rückblickend das Praktikum in Dänemark?

Sofort nach meiner Rückkehr musste ich mich an die Arbeit machen, schließlich waren es nur noch zwei Wochen bis zur Disputation, der Verteidigung meiner Doktorarbeit. Ein 45-minütiger Vortrag mit anschließender Diskussion. Hochschulöffentlich. Diese Vorbereitung war ein Graus. Nicht, weil es so schwer wäre, einen Vortrag über das zu halten, woran ich drei Jahre gearbeitet und worüber ich 150 Seiten geschrieben habe. Sondern, weil ich von 100 auf Null zurück musste, bewegungsmäßig. Von den ganzen Tag schuften wie ein Tier auf den ganzen Tag bewegungslos am Schreibtisch sitzen und denken. Von täglich mehrfachem Ponyspaß zu langer Anfahrt und einmal am Tag Hallo sagen. Ist einfach nicht mehr mein Ding. Was solls. Ich hab mich zusammengerissen und es hat geklappt. Sobald die Sache publiziert ist (da kümmert sich die Uni Bibliothek drum) dürft ihr mich Frau Doktor nennen. Wenn ihr wollt.

Tja, danach fing dann die Stellensuche an, mindestens genauso ätzend und zusätzlich noch frustrierend. Also habe ich mir - zur Ablenkung und um meinen Reitunterricht auf eine neue Ebene zu heben - die Themen-Kurzseminare ausgedacht. Und dann einen Namen: EquiLogie im Kleinen Cafe. Die Vorbereitung des ersten Seminars zum Thema Bewegung und Blickschulung hat einen Riesenspaß gemacht und abgesehen von meiner leichten Nervosität lief es dann auch ganz gut. Inzwischen bastel ich am zweiten Seminar, in dem es um Hilfen und Sitz gehen soll (schaut unter Termine).

Mit dem Reitunterricht hat es sich gut angelassen, es sind ein paar Schüler dazu gekommen und ich bin von allen begeistert. Jedes Mal, wenn ich zu den Ställen komme, hat es Fortschritte gegeben, ich sehe zufriedene Pferde und Menschen.

Und ich selber? Ein bisschen habe ich ja schon letzte Woche unter der Überschrit Mein neuer Filzsattel geschrieben. Zuerst war es schwierig, aus der Pferdeblase in den normalen Alltag und die Stallzeit zu finden, mit nicht akademisch reitenden zu kommunizieren und mein Pony nicht mehr so intensiv trainieren zu können. Zuerst hat die Qualität der Arbeit auch darunter gelitten, es tauchten wieder alte Probleme auf, Salut wurde zusehends unmotivierter. Dafür habe ich aber wundervolle Ausreitpartnerinnen gefunden, zu denen wir halbwegs regelmäßig fahren. Das macht auch der Prinzessin Spaß, die inzwischen anscheinend recht gerne mal wegfährt.
Irgendwann fiel ich mal wieder in ein Tief: Kein Job, kein erneutes Praktikum, frustriert vom Pony und dem Stadtleben. Das hat das Pony natürlich direkt mitgezogen und mich dann wieder weiter.....
Seit ein paar Tagen hat sich meine innere Lage aber wieder beruhigt. Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr sich meine Laune auf Salut auswirkt. Auch sie ist wieder besser drauf, aufnahmefähiger, motivierter. Am Freitag sind wir so schön geritten, wie schon lange nicht mehr!

Ich schaue gerne und wehmütig auf meine Praktikantenzeit in Toreby zurück. Beinahe vergessen ist die Anstrengung am Anfang, als ich erst Muskeln aufbauen musste, fast lächerlich erscheint mir meine Frustration, dass Salut zuerst nicht mitmachen wollte und wir anfangs nur sehr kleinschrittig (ich dachte: gar nicht) vorangekommen sind. Über Missmut, den ich damals empfand, kann ich jetzt lachen. Ich will nochmal!

Ok, jetzt mal Butter bei die Fische, wie war´s, so im Rückblick?
Die ersten vier Wochen waren die schlimmsten, weil alles so chaotisch geregelt war, die Arbeit so anstrengend, Salut so prinzessinnenhaft, die Kollegin so un-freundschaftlich. Ich wollte nach Hause. Nachdem Salut sich mit den Gemälden in der Halle angefreundet hatte (nach ca. zwei Wochen) wurde es etwas erträglicher, blieb aber weit hinter meinen Erwartungen zurück. Die Unterrichteinheiten waren kurz, ich hatte immer das Gefühl, "es zu versauen", dass wir nichts lernen. Die andere Praktikantin war nicht an Freundschaft oder Teamwork interessiert, sondern nur daran, selber wenig Arbeit zu machen. Eigentlich habe ich mich nur darauf gefreut, eine neue Mit-Praktikantin zu bekommen. Sie kam dann nach vier Wochen. Aber auch mit ihr war dann nicht alles einfach, ich musste mehr Arbeit übernehmen, weil sie Probleme mit dem Handgelenk hatte. Ich habe meinen Mann verimsst und er mich noch mehr. Ich habe mich jeden Tag auf unser kurzes Telefonat gefreut, gleichzeitig wusste ich aber, dass es uns traurig machen würde.
Ich habe sage und schreibe erst acht Wochen lang gedacht, ich verschwende meine Zeit, ich lerne nichts und mache mich kaputt dabei. Dann hat es plötzlich Klick gemacht - bei Salut und auch bei mir. Und von dem Moment an war alles super: Die Reitstunden waren besser und erfolgreicher, die Arbeit einfacher, das Wetter schöner. Wir Working Students haben uns die Arbeit schlauer aufgeteilt, sodass wir mal länger zwischendurch Freizeit hatten. Nach zehn Wochen war ich traurig, dass mir nur noch so wenig Zeit bleibt und zum Schluss wäre ich gerne dort geblieben. Ich hoffe, ich habe irgendwann nochmal die Gelegenheit, ein kürzeres Praktikum bei Bent und Kathrin (und auch bei einem anderen Trainer) zu machen!

Ganz toll fand ich, dass jede Woche andere, tolle, interessante Leute als Week Students auf den Hof kamen und in unserer WG wohnten. Wir haben bei jeder Gelegenheit Pferdegespräche geführt und ich habe ihnen so oft es ging bei ihrer Arbeit zugeschaut und dadurch enorm viel gelernt. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und habe das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die ganz Nordeuropa umfasst - und das ist ein wunderbares Gefühl. Ich freue mich darauf, viele von ihnen irgendwann wiederzusehen.



I am back home for three months now - back from Toreby, the horse-bubble. Back in my normal life, back at the desk. What have I done since then? What do I think about my internship from the retrospecitve view?

Directly after my return I had to start working on my presentation - I had only two weeks left until my disputation, the defense of my doctors thesis. 45 minutes oral presentation and the same time for discussion - open for everyone at my university. Preparing for this was horrible. Not, because it is hard to talk about what I have been working at for three years and wrote 150 oages about. But because I had to come back from 100 to zero, concerning movement. From working hard all day long to sitting more or less without moving, only thinking. From multiple times of fun with my pony each day to travelling half an hour to have some time for concentrated work. That is just not what I like. However, I pulled myself together and was very successful. As soon as my thesis has been published you may call me Doctor. If you like to.  

Well, after finishing with this, I had to start finding a job to get some money, which is nearly as boring and frustrating as working on the presentation. To have some distraction and something to look forward to, and to improve my riding lessons, I decided to hold short seminars on special topics in the academic art of riding, like learning to distinguish correct from false movements and the aids and seat. Preparing these is fun and I am learning a lot myself, too. The first seminar is already over and was quite good, now I am looking forward to the second one (see Termine). 

I have some old and some new riding pupils and I am happy with all of them. Each time I come to the stables I can see a new development, pleased humans and horses.

What about myself? A bit I already wrote last week about the new Filzsattel. At the beginning it was hard to find back to a normal day, without the horse-bubble. It was unsatisifiyng not to be able to train my horse so intensively. At first, the quality of our work decreased, old problems reappeared and Salut lost motivation. But instead, I found wonderful people to ride out with, whom we are visiting now quite regularly. That is fun for both of us - the princess and me - and she even seems to like driving somewhere now.
Nevertheless, I got a bit depressed: no job, no new internship, frustrated by the pony and living in the city. This resulted in Salut getting depressed and even less motivated, then me again,....
A few days ago, I regained my inner balance. Not for the first time I am surprised, how much my own wellbeing influences my horse´s emotions. She, too, is now happier, more concentrated and motivated. Last friday we rode as nice as we did not since May.

I like to look back at my time as a working student at Bent´s and Kathrin´s place and I miss it. Nearly forgotten is the painful beginning, when my muscels had to buid up for the daily routines, nearly ridiculous seems my frustration because Salut did not want to cooperate at first so that we only had a very slow (I felt like absolutely no) progress. Today, I can only laugh about the discontent I felt back in march. I want to be there again!

Okay, honestly, how was it, from today´s point of view?
The first four weeks were the worst, as everything seemed to be so chaotic, work was so exhausting, Salut such a princess and my co-worker not my friend. I wanted to go home. 
After Salut had made friends with the paintings on the walls in Bent´s arena (wich was after two weeks), it got a bit better, but was still not what I had expected. The lessons were too short and I had the constant feeling, that I totally failed. Furthermore, I felt like my collegue gave me more and more of her work, so I was looking forward to the next intern, who should replace her in April. But with her it did not really get easier, as she had problems with her wrist and was not able to do the heavy work. I missed my husband and cats and he missed me even more. Each day I was looking forward to our short telephone call, although I knew it would leave me sad.
Eight weeks I really thought I was wasting my time, do not learn anything and damage my body. Then suddenly it made klick - with Salut and with me. And from then on, everything was super: lessons got better and more successful, work got easier, weather better. We working students structured our workload smarter, so we had more free time. After ten weeks I was sad, that I would have to leave so soon and at the ent I would have liked to stay a bit longer. 
Now I am hoping to get the chance of another internship there or at another trainers place, someday.


A very special aspect was that each week other nice, interesting people came to the place as week students and lived in our apartment. Everytime we had the chance, we did horse-talk and whenever possible I watched them working with their horses. I learned so much from the week students! I made new friendships and enjoyed the feeling of being part of a community, which involves people from all over north europe - and that is a wonderful feeling. I am looking forward to meet some of them again someday.




Donnerstag, 30. April 2015

Die Kunst für den Spaß

Wer schon mal auf einem Kurs von Bent Branderup war, hat mit Sicherheit schon das Zitata "L`Art pour L´Art" gehört. Die Kunst für die Kunst. Der Ausspruch stammt aus dem Barock, als man am Hofe nicht mehr (nur) ritt, um in den Krieg ziehen zu können, sondern aus aus Freude an der Kunst. Oder einfach, um auf Paraden oder beim Ringreiten zu glänzen. Das Pferd wurde zum Kunstgegenstand und die Kunst besteht auch heute noch darin, es zu formen. Die Formgebung und Gymnastizierung sollen das Pferd befähigen, sich selber schön zu fühlen, seinen Körper gesundheitserhaltend einzusetzen und auch mit dem Reiter auf dem Rücken seine Gelenke so zu nutzen, dass sie dabei keinen Schaden nehmen. Hierin liegt ganz offensichtlich das Wesen der Reitkunst. Lektionen erfüllen dabei einzig den Zweck, das Pferd zu gymnastizieren, sie haben keinen Selbstzweck. Sprich: Ich erarbeite keine Pirouette, um eine kleine Drehung auf der Hinterhand zu haben oder eben um eine Pirouette zu reiten, sondern, um dem Pferd zu helfen, noch mehr auf die Hanken zu kommen und Schulterfreiheit zu erlangen und um die Hüfte geschmeidig zu machen.

"L`Art pour L`Art" - Während meines Praktikums sehe ich permanent wirklich gute Reiter, bei denen dieser Satz sich verselbstständigt zu haben scheint. Obwohl immer wieder gesagt wird, dass "die Dressur für das Pferd da ist und nicht das Pferd für die Dressur" (Bent Branderup) und dass die Lektionen nicht für Zuschauer gezeigt werden sollen, sondern einzig den Zweck erfüllen, das Pferd zu schulen, habe ich doch den Eindruck, dass über dieser ganzen detailverliebten Kleinarbeit der ursprüngliche Gedanke verloren gegangen ist, der doch die meisten von uns in den Stall gebracht hat: Spaß mit dem Pferd haben zu wollen, den Kopf mal ausschalten und die Seele baumeln lassen zu können. Auf einem Pferd, das mir vertraut und dem ich vertraue schöne Stunden im Gelände zu verbringen und rasante Ritte über weite Wiesen zu erleben, um es mal ein bisschen kitschig auszudrücken.

Ich streite dabei nicht ab, dass auch die Arbeit in der Reithalle Spaß macht. Auch ich übe gerne die korrekte Biegung und Stellung, das Versammeln und wieder vorwärts gehen, Schulterherein, Kruppeherien, Traversalen und Pirouetten. Und ich merke, wie gut Salut diese Arbeit getan hat und tut. Man sieht es an ihrem Rücken, der wieder schön bemuskelt ist und weniger hängt, und an ihren Bewegungen. Gerade der Rücken, der immer ihre Schwachstelle war muss mich ja schließlich tragen können, wenn ich mir den Wind um die Ohren sausen lassen möchte. Aber ohne Ausreiten, ohne Hüpferlis, Freiarbeit, Zirkus und langes Putzen und Tüddeln möchte ich kein Pferd halten.

Genauso glaube ich, dass es auch dem Pferd keinen Spaß macht, jeden Tag Gymnastik zu machen und an den Bewegungen zu arbeiten, die ihm schwer fallen. So werde ich zum Sportlehrer, der bestenfalls nicht abgelehnt, aber eben bestimmt nicht als Freund betrachtet wird.
Ich versuche hin und wieder, mir mit der anderen Hand die Zähne zu putzen oder beim Fegen die linke Hand oben am Besen zu haben. Eigentlich einfache Bewegungen, die mir aber so rum ausgeführt sehr schwer fallen, sodass ich schon nach wenigen Minuten wieder aufgebe. Wieso gehen also so viele Reiter, auch Akademische Reiter, davon aus, dass es ok ist, jeden Tag über Minuten am Stück die schwierigen Dinge zu verlangen? Wieso können nicht mehr von uns einfach Spaß haben und mal für einen Tag die Kunst Kunst sein lassen und schauen, ob sie denn für unseren eigentlichen, ursprünglichen Traum schon einen positiven Effekt hatte?

Wir jedenfalls haben gestern das gute Wetter genutzt und sind zwei Stunden in den Wald gegangen. Heute hatte Salut Muskelkater, aber gute Laune. Und dann ist es doch völlig in Ordnung, dass wir in unserer Stunde heute nicht glänzen konnten, finde ich. Was meint ihr?

Salut und ich im Sommer 2006




Montag, 6. April 2015

Was für eine Woche!



Wow, in der letzten Woche ist so furchtbar viel passiert und es war so unendlich (tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes) viel zu tun. Daher hatte ich leider keine Zeit, die Fotos für meinen zweiten Teil der Happy Hair Days aufzunehmen – aber das kommt dann demnächst! Jetzt möchte ich erstmal kurz von der Woche berichten.
Einmal im Monat ist Public Evening, dann dürfen interessierte Leute Bent und Kathrin bei ihrer Arbeit mit den Pferden zuschauen. Für uns Praktikanten bedeutet das natürlich extra viel Arbeit: Angefangen damit, dass die Pferde glänzen, Mähnen und Schweife ordentlich und Haar für Haar fallen müssen, geht es weiter mit dem Stall, der ebenfalls auf Hochglanz gebracht werden, dem Hof, der von sämtlichen Heu- und Strohresten befreit sein soll und der Reithalle, die ordentlich abgezogen und gewässert werden muss. Darüber hinaus müssen Stühle aufgestellt und abgewischt sowie sämtliches Sattel- und Zaumzeug geputzt werden. Eine Menge.
Dieses Mal hat sich Bent spontan entschieden, das Stroh- und Heulager aus der Halle in die Scheune zu verlegen – und zwar am Tag vor dem Public Evening. Somit hatten wir zu viert etwa 6 Stunden zusätzliche Arbeit. Dank des Sturms war dann auch noch eine ordentliche Menge Stroh und Heu draußen zusammen zu harken.
Meine Laune war wirklich auf dem Tiefpunkt, weil ich dadurch tatsächlich 2 Tage nichts mit Salut machen konnte, sogar meinen Unterricht bei Bent musste ich dafür ausfallen lassen. Inzwischen habe ich mich wieder abreagiert und fleißig mit dem Pony trainiert.
Wie immer waren diese Woche auch Week Students für Bent da. Und da gab es tatsächlich ein Highlight, denn einer davon war Christopher Dahlgren, ein akademischer Reitkünstler, den ich schon lange mal live sehen wollte, mit seinem Frederiksborger Hengst Saxo. Sie haben gemeinsam diese Woche die Passage- und Croupade-Prüfungen bestanden, was mich sehr für sie freut! Den beiden bei der Arbeit zuzuschauen war wirklich schön und hat mich sehr inspiriert.  Wesentlich dazu beigetragen haben aber auch die langen Gespräche, die wir alle abends geführt haben, fast schon Vorträge von ihm, in denen er seinen Ansatz der Arbeit mit den Pferden erklärt hat. Im Gegensatz zu Bent, der fast immer von der Versammlung in das Vorwärts geht, beginnt Christopher stets mit der Entspannung. So konnte ich ihn mit Saxo auch mal am langen Zügel schnelle Runden auf dem Zirkel galoppieren sehen, die dann langsam zur Versammlung, Pirouetten und fliegenden Wechseln wurden, sofort natürlich gefolgt von langem Zügel und Leckerchen.
Christopher arbeitet, inspiriert von seiner Frau, die wiederum Schülerin von Honza Blaha ist, und entsprechend der Horsenalities von Linda Parelli, seine Pferde vom Boden stets so, dass sie nach seinem Bauch suchen und das äußere Vorderbein seinem Körper folgt. Seine Pferde führt er somit nicht am Cavecon, obwohl sie eins tragen, sondern „am Bauch“. Wesentlich für seine Arbeit ist immer die Entspannung. Mir gefällt seine Art sehr gut und Saluts und meine Arbeit hat dadurch direkt profitiert. Auf der Grundlage der Entspannung ist Salut nun in der Lage, sich zu versammeln, ein paar Schritte Schulschritt zu gehen und sich anschließend wieder zu entspannen. Mein Pony ist im Moment sehr energiegeladen, sodass diese Art der Arbeit auch im Trab funktioniert. Da ich mich ja schon vorher mit Freiarbeit beschäftigt hatte, sind alle Bewegungen  sogar ohne Leder am Kopf möglich.  Es ist toll!!


Seit dem letzten Sonntag habe ich außerdem eine neue Mit-Praktikantin, Bettina. Wir kommen prima miteinander aus und auch unsere Ponies mögen sich schon. Mit Bettina macht die Arbeit mehr Spaß, wir haben uns viel zu erzählen und sind uns bei vielen Dingen, die Abläufe betreffend, einfach sehr einig. Auch, wie sie mit ihrem Pferd (und auch allen anderen) umgeht finde ich sehr, sehr nett. Ich freue mich auf die nächsten zwei Monate der Zusammenarbeit.


Mehr Informationen zu Christopher Dahlgren findet ihr hier: http://www.horse-vision.se/en

Bettina schreibt ebenfalls einen Blog, den ich sehr lesenswert finde. Schaut mal rein: beeandthehorse.com




Montag, 23. März 2015

Schimmelproblem



Ich habe ein Schimmelproblem, ein großes glaube ich.
Nach meinem ersten Reitbeteiligungspony, Gwen, und dem kurzen Tete-a-tete mit Voody gab es für mich nur noch Schimmel. Sogar jetzt, in Dänemark, sind die mir zum Putzen zugeteilten Pferde größtenteils schimmelig: Tableau – Tigerscheck, Cara – Grauschimmel, Swan – schwanenweiß. Auch der Wallach, mit dem Salut für den nächsten Monat den Paddock teilt ist weiß. Indus, Nebo und Naidoo machen meine Pferdefarbensammlung etwas bunter. 
Ich mag Schimmel, finde sie wunderschön. Warum das jetzt ein Problem ist?

Samstag, 14. März 2015

2 Wochen auf Lindegaard - Was ich bisher getan und gelernt habe

Seit 2 Wochen bin ich jetzt schon als Praktikantin bei Bent. Anfangs dachte ich, die ganze Arbeit ist doch gar nicht zu bewältigen. Aber nachdem ich mir einen Überblick verschafft, die Struktur des Tagesablaufes verinnerlicht und meinen Biorythmus angepasst hatte, wurde es leichter. Normalerweise habe ich ständig etwas zu essen in der Hand und eine Kanne Tee in Reichweite. Ich bin zwar hibbelig, aber ich sitze auch gerne mal faul rum. Das geht hier definitiv nicht!
Für alle, die es interessiert, was ich hier so mache oder die überlegen, sich ebenfalls zu bewerben, hier ein Überblick:
Mein Tag fängt um 5.30 Uhr an. Nach einem Glas Saft gehe ich zusammen mit der anderen Praktikantin in den Stall und füttere sowohl unsere, als auch die Gast- und selbstverständlich Bents und Kathrins Pferde mit Heu. Während sie das mümmeln, misten wir die 10 Boxen von Bent und Kathrin inklusive der Paddocks. Um halb 7 gibt es dann Kraftfutter für alle, danach wird weiter gemistet, neu eingestreut, Wasser in die Eimer gefüllt und gefegt. Zwischendurch bringen wir schonmal Pferde auf die Wiesen. Dann putzen wir den Rest, damit Bent und Kathrin sie später zum Reiten nur noch holen müssen. Nach dem Haken des Hofes können auch wir endlich fühstücken.
Ab 9 Uhr fangen wir mit unseren Reitstunden an (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag), danach sehen wir bei denen der Weekstudents zu. Da viele Leute hier aus Skandinavien kommen, ist der Unterricht meist auf englisch. Ab 11 Uhr beginnen Bent und Kathrin, mit ihren Pferden zu arbeiten und auch hierbei sitzen wir in der Halle, um vom Zuschauen zu lernen und Fragen zu stellen. Zwischendurch müssen aber auch einzelne Pferde reingeholt oder raus (auf die Wiese/ Paddocks) gebracht und geputzt, sowie Heu und Stroh für die nächsten Fütterungen abgewogen werden. Ab ungefähr 13 Uhr haben wir dann Pause, bis wir um 14 Uhr wieder zum Füttern, Wasser nachfüllen und Fegen raus müssen. Meistens miste ich dann noch meine eigene Box und die eines Berittpferdes aus und übe mit Salut, was Bent und als Hausaufgaben gegeben hat. Nachmittags werden nochmal Pferde auf den Wiesen ausgetauscht und manchmal hat jemand Reitunterricht, dem ich zuschaue. Ansonsten kann ich in der Zeit einkaufen, kochen, mich erholen oder hier was schreiben. Abends wird wieder gemistet, gefüttert, getränkt und gefegt bis ca. 19.30 Uhr. Wenn ich danach noch Energie übrig habe, was meistens der Fall ist, gehe ich erneut mit der Prinzessin in die Halle um zu üben.
Um 21.30 Uhr falle ich dann im Gehen um und muss schlafen.

Und jetzt zu der anderen spannenden Frage: Was habe ich in den 2 Wochen gelernt (abgesehen von Organisation)?
Nun, die erste Woche ging eigentlich dafür drauf, anzukommen und meine Prinzessin zu beruhigen, ihr die Halle zu zeigen und trotz ihrer Rennerei ein wenig den inneren Hinterhuf zu mehr Vorwärts zu bewegen. Erst in der zweiten Woche konnte es richtig los gehen mit dem Unterricht. Bent hat festgelegt, dass wir im ersten Monat erstmal vom Boden arbeiten. Dabei wechseln wir zwischen Boden- und Longenarbeit hin und her, erklären dem Pony zuerst per Bodenarbeit, was wir wollen, um es danach auch in der Distanz zu probieren. Im Wesentlichen geht es gerade darum, das Genick, die Schultern und die Hinterbeine jeweils von außen und innen ansprechen und steuern zu können. Übergänge zwischen vorwärts und Versammlung, Kruppeherein und Schulterherein und beidem gleichzeitig, Energie aufbauen und fließen lassen sind die Aufgaben, wobei wir versuchen, meine Körpersprache zu verdeutlichen und gleichzeitig auf ein Minimum zu reduzieren, mit dem ich dann wiederum Saluts Körper steuern kann. Das ist tatsächlich Kopfarbeit für mich und anstrengend für uns beide. Bent ist sehr anspruchsvoll und ein guter Lehrer und Kathrin hat gute ergänzende Tipps gegeben. Das selbstständige Üben ist jedoch wirklich wichtig, um das in den Stunden angelernte tatsächlich zu festigen. Wenn etwas nicht funktioniert, werde ich immer dazu aufgefordert, Fehler mal zuzulassen und zu schauen, wie ich sie mit meinerm Körper, mit dem Zeigen der Gerte oder anderem Treiben korrigieren kann. Das braucht Konzentration, Zeit und Einfühlungsvermögen und manchmal ist es schwer, das alles aufzubringen, wenn der Tag so anstrengend war. Aber bisher läuft es ganz gut, möchte ich behaupten.

Auch am Wochenende sollte ich eigentlich viel üben, aber um den Kopf mal frei zu bekommen, haben wir eben einen langen Spaziergang gemacht. Der war eigentlich kürzer geplant, nur haben wir uns leider verlaufen....

Donnerstag, 12. März 2015

Was war denn da am Sonntag los?

15084
14676
13034
6871
22246
17294
16963
12720 (to be continued, the day still has some hours)

Ich trage meinen Schrittzähler hauptsächlich, weil ich sonst keine Uhr hätte. Aber es ist auch interessant zu sehen, wie viel ich täglich laufe. Eindeutig am meisten an den Tagen, an denen ich Unterricht habe. Sonntag scheine ich recht faul gewesen zu sein. Oder habe ich das Gerät da irgendwo liegen lassen?


Montag, 2. Februar 2015

Seelenspiegel

"Die Pferde spiegeln uns" - diese Aussage habe ich schon so oft gehört, aber erst in der letzten Zeit wird mir bewusst, in welchem Ausmaß sie das tun.

Vor dreieinhalb Jahren habe ich eine neue Stelle angenommen und kurz darauf begonnen, meine Doktorarbeit zu schreiben.
Der geringe Verdienst bei hohem Frustrationslevel haben an meinen Nerven gezerrt, bis ich beschlossen habe, dort aufzuhören. Mit dem Entschluss ging es mir besser, doch ich habe einfach nichts anderes gefunden. Also hab ich die Zähne zusammengebissen und weitergemacht. Mit meiner Laune ging es bergab, ich musste einen Nebenjob annehmen, um den Stall bezahlen zu können, war oft bedrückt, ständig gestresst, müde und eigentlich immer unzufrieden.

Vor etwa 2 Jahren hatten die Prinzessin und ich einen - sagen wir - Könnens-Höhepunkt.
Dann lief es mit dem Pony plötzlich nicht mehr so gut. Die Prinzessin, schon immer eher in sich gekehrt und wenig arbeitsfreudig, zog sich immer mehr zurück, wurde "faul", entzog sich meinen Hilfen, bekam "Rücken" und war nicht mehr dieselbe. Dadurch ging es mir dann noch schlechter....

Ich hatte das Gefühl, dass mein Pony alles vergisst, was wir erarbeitet hatten und zudem körperlich abbaut. Es gab natürlich auch Hochs im Tief aber insgesamt war die Situation nicht zufriedenstellend.

Im Nachhinein kann ich hier Parallelen zwischen unseren Gemütsverfassungen erkennen.

Im Mai 2014 war dann endlich das Ende meiner Doktorandenzeit abzusehen, ich hatte mir den September zum Abgeben meiner Arbeit als Ziel gesetzt, die Auswertung meiner Studie lief gut und Schreiben ging auch. Tatsächlich abgegeben habe ich dann Mitte Oktober und seitdem geht es mir seelisch viel besser, ich bin entspannter, kann mich auf die Zeit in Dänemark freuen und bin auch in Gedanken ganz beim Pony, wenn ich mit ihr arbeite.

Seit Mitte 2014 hat sich auch unsere Arbeit langsam stabilisiert, wir haben keine Rückschritte mehr gemacht, seit Dezember 2014 geht es nur noch bergauf. Saluts Rückenproblem ist nicht wieder aufgetaucht.

Kann es sein, dass es meinem Pony so schlecht ging, weil es mir so schlecht ging? Und dass sie nun, nachdem ich selber entspannter und zufriedener bin, auch wieder aufleben kann? Ich kann es nicht wissen, aber vermuten.
Dass sie mich körperlich spiegelt, weiß ich. Spätestens seit ich mit der Freiarbeit begonnen habe, fällt mir immer wieder auf, wie entscheidend Kleinigkeiten in meiner Haltung sind, um auch ihre zu ändern. Nicht nur, dass sie den Kopf senkt, wenn ich mich vorbeuge, die Schultern dreht, wenn ich meine drehe und langsamer und schneller wird, je nachdem, wie ich laufe. Nein, auch wohin ich mit den Augen schaue und was ich mit meinen Händen mache entgeht ihr nicht und wird - zumindest an sehr aufmerksamen Tagen - imitiert.

Auch bei meinen Reitschülern konnte ich dieses Phänomen beobachten, wenn auch immer nur auf den kurzen Zeitabschnitt einer Unterrichtseinheit bezogen. Steigt jemand mit Stress aufs Pferd, wird das Reiten selten zufriedenstellend. Nicht nur der angespannte Rücken, zusammengebissene Zähne oder sonstige körperliche Auswirkungen von Stress behindern die Arbeit. Wer gestresst ist setzt - besonders in einer Reitstunde - sein Pferd unter großen Druck. Denn wir Freizeitreiter halten unsere Pferde zu unserer Entspannung. Wir erwarten also, dass sie uns von dem Alltagsärger befreien und laden ihn auf diese Weise auf ihrem Rücken ab. Das ist nicht fair. Kommt dann noch unsere Verspannung hinzu, muss das Pferd schon sehr unsensibel oder hart im Nehmen sein, um dennoch locker und motiviert zu laufen.

Mein Rückblick auf die letzten 3 Jahre lässt mich nachdenklich werden. Und er motiviert mich dazu, meine Arbeit mit Salut zu verändern. Er motiviert mich, mich mehr mit meiner seelischen Verfassung zu beschäftigen. Ich hoffe, eines Tages werde ich in der Lage sein, wirklich alles, was mich in der Nicht-Stall-Wirklichkeit beschäftigt, auszublenden und beim Pony NUR beim Pony zu sein.
 Aber bis es so weit ist möchte ich meinem Pony heute etwas versprechen: Wenn ich gestresst bin, egal ob von der Arbeit, der Freizeit, Beziehungen oder was auch immer, werde ich nicht von dir verlangen, MIT mir zu arbeiten. Dann darfst du OHNE mich laufen, springen, dich wälzen. Oder vielleicht gehen wir auch ins Gelände, joggen oder spazieren einfach nur, freuen uns über Bäume, Vögel und Blumen. Am Ende kommt ja auch alles wieder zu mir zurück: Nur wenn du glücklich bist kann ich es auch sein.



Donnerstag, 30. Oktober 2014

Kleine Sattelkunde - Einführung

Gibt es hier einen Glücklichen, der das Problem, den richtigen Sattel zu finden nicht kennt?
Schon seit ich meine Prinzessin besitze, bin ich auf der Suche nach dem perfekten Sattel. Nein, 'perfekt' habe ich eigentlich schnell aufgegeben und gegen 'passend fürs Pony' ersetzt. Perfekt würde ja beinhalten, dass er auch für mich super bequem ist und noch gut aussieht. Ich glaube, das ist hoffnugslos. Jeder Sattler hat immer irgendwas im Auto, das er als passend beschreibt. Jeder Sattler polstert mit Begeisterung an dem rum, was man hat. Und bis vor einiger Zeit hatte ich wirklich keine Ahnung von der Materie und habe einfach geglaubt, was mir da gesagt wurde. Ich meine, warum auch nicht? Das sind die Spezialisten, die müssten es doch wissen. Und da ich immer so nett naiv bin und an das Gute in jedem glaube, war es auch ausgeschlossen für mich, dass mir einer was verkauft, um was zu verkaufen und nicht, um meinem Pony einen Sattel zu verpassen, der ihr die Arbeit erleichtert.
Vor 4 Jahren dachte ich das letzte Mal, das perfekte Modell gefunden zu haben: Den Epona von LaSelle. Tatsächlich ist die Prinzessin unter keinem anderen Sattel, den ich auf ihr liegen hatte, jemals so entspannt gelaufen und hat den Rücken aufgewölbt. Ich war begeistert. Auch der Sattler meinte, es passt und er durfte ihn ein bis zwei Mal im Jahr prüfen und anpassen.
Dass nach dem Reiten immer die Haare am hinteren Sattelrand aufgefilzt waren hab ich auf die Decke geschoben.
Mit der Zeit aber kamen mir Zweifel: Salut hat einen recht starken Senkrücken und mit kritischem Auge betrachtet endete der Epona genau da, wo der Rücken wieder nach oben geht.

Daher ritt ich seit Anfang des Jahres mit meiem Bareback Pad physio und nutzte den Epona nur noch fürs Gelände. Viele, die ich kenne, sind inzwischen auf Fellsattel oder Pad umgestiegen, das passt immer irgendwie. Aber für mich war das keine Lösung für alle Situationen.

Trotzdem hat Salut immer wieder die Arbeit verweigert und die Erklärung der Tierärzte, der ich mich vollkommen anschließe, lautete Rückenschmerzen. "Warum?" fragte ich mich, wo ich doch so wenig reite und so viel Biege- und Gymnastikarbeit mache?

Ein Spezialist, den ich Salut dann im Juni gegönnt habe und der wirklich großartige Arbeit an ihr leistete, lieferte mir schließlich die Erklärung: Meine Sättel waren immer zu lang! Alle Sattler hatten mir zwar immer wieder versichert, dass dies nicht der Fall sei, aber nachdem dieser Tierarzt mir ein eindeutiges Merkmal gezeigt hatte, das anzeigt, wo der Bereich der Brustwirbelsäule endet, war mir klar: Das kann nie gepasst haben und auch nicht einfach werden!
Also begann ich, Bücher zu lesen und mich mit verschiedenen Sattelmodellen zu beschäftigen. Ich bin kein Profi geworden, habe aber dennoch viel gelernt und werde meine Erkenntnisse demnächst nach und nach hier teilen.

Sonntag, 31. August 2014

Kursbericht vom Sitzkurs mit Kathrin Tannous - Teil 2

Am Sonntag ging unser Kurs weiter mit Einzelstunden für 7 glückliche Teilnehmer.
Bei strahlendem Sonnenschein ist Kathrin super auf die jeweiligen Wünsche und Probleme eingegangen und konnte viele hilfreiche Tipps verteilen.

So auch bei der Prinzessin und mir.
Mein Problem war in erster Linie das Schulterherein auf der linken Hand. Mit dem kleinen Hinweis, doch die äußere Hüfte etwas mit vor zu nehmen war es schon getan, der Knoten schien geplatzt! Im Kruppeherein war es ähnlich einfach: Meine äußere Schulter ist immer nach hinten abgehauen - wie also sollte die vom Pony dann in der Stellung vorne bleiben? Salut ist dann auf die innere Schulter gefallen. Mit der Idee, die äußere Schulter wieder nach vorne zu bringen hat Kathrin mir auch hier eine relativ einfach Lösung an die Hand gegeben. Nun konnten wir auch noch an Übergängen zwischen vorwärts-abwärts und vorwärts-aufwärts arbeiten. Für unsere Begriffe hat das alles sehr gut geklappt, auch die Konzentration und Aufmerksamkeit meiner Prinzessin war mir (fast) sicher, was leider meistens nicht der Fall ist.
Mit einem Fleißsternchen fürs Seitengängeüben von Kathrin ging der Kurs für mich zu Ende.

Vielen Dank, Kathrin und auf viele weitere Erleuchtungen!!

Nachdem ich mir das Video von dieser Reitstunde angesehen habe, würde ich sagen, dass ich in Zukunft daran arbeiten muss, die Hufe eher vom Boden zu lösen, damit der Rückschub von Vor- und Hinterhand abgekürzt wird. Dieser macht Saluts ohnehin schon komplizierten Rücken unnötig lang und sorgt dafür, dass er durchhängt und Salut sich nicht von hinten tragen kann. Außerdem kippt das ganze Pony deutlich auf die Schulter, je mehr sie schiebt. Meinen Schülern habe ich genau das schon so oft gesagt. Aber selber habe ich diese Korrektur viel zu inkonsequent vorgenommen. Das Schlusswort des Tages: Ich sollte öfter auf mich hören!

Donnerstag, 28. August 2014

Kursbericht vom Sitzkurs mit Kathrin Tannous - Teil 1

Am vergangenen Wochenende fand unser Sitzkurs mit Kathrin statt.

Am Samstag standen Theorie und "Trockenübungen" auf dem Programm. Mit Pezziball statt Pony. Pezzipony. Ein Glück, dass wir nicht in der Reithalle waren bei dem Wetter, sondern eine schöne warme Turnhalle am Schloss Oberwerries in Hamm zur Verfügung hatten. Aber zum Kurs:
7 Freunde waren von unserem Stall dabei und 8 kamen "von außerhalb". Die Meisten kannten Kathrin schon, sind bereits in der Akademischen Reitkunst zuhause und hatten auch spezielle Fragen mitgebracht.

"Was macht mein äußeres Bein, wenn ich Schulterherein reiten möchte?"
"Wenn mein Pony flach trabt und mehr schiebt als vorgreift fühlt es sich richtig an, wenn es mehr vorgreift fühlt es sich unbequem und falsch an. Wie kommt das?"
"Wie ist der richtige Sitz im Galopp?"
 "Wie galoppiere ich richtig an: Mit dem äußeren oder dem inneren Schenkel?"
"Mein Pony galoppiert auch rechtsherum nur im Linksgalopp an. Das muss an mir liegen." (Das war meine Frage und ich glaube, ich habe schon am Samstag eine Antwort bekommen, dazu später).
Aber auch eine grundsätzliche Frage zu dem, was man in den Reithallen beobachten kann, fand ihre berechtigte Beachtung:
"Wenn man Reiter egal wo und welcher Reitweise durch Ecken reiten sieht, sitzen sie immer außen im Sattel oder nehmen den Sattel sogar mit nach außen. Ist das richtig?"
Nachdem wir außerdem noch sämtliche Aussagen zum Sitz gesammlelt hatten, die uns so einfielen fing dann der lehrreiche Teil an. Zunächst ging Kathrin durch, inwiefern all diese Aussagen und Anweisungen sinnvoll sind und - sehr interessant - wo sie ihren Ursprung haben. Dabei wurden gleich auch unsere mitgebrachten Fragen beantwortet, weitere aufgeworfen und auch geklärt. So wie es eben sein soll.

Das Gesamtfazit dieses Teils lässt sich zusammenfassen mit: Zuerst einmal soll der Sitz nicht stören. Der Reiter soll so sitzen, dass es für ihn angenehm ist, nur dann kann dieses Ziel erreicht werden. Schablonensitzen ist also nicht die Lösung, sondern eher das Problem, denn jeder kämpft mit anderen körperlichen Eigenschaften und wer hat schon die Proportionen des Pferd-Reiter-Paares auf den Bildern mit den berühmten Linien?
Den einzigen konkreten Tipp zur Verbesserung des Sitzes, den ich an dieser Stelle beschreiben möchte ist folgender: Beine vom Sattel nach außen strecken und wieder entspannen, sodass die Oberschenkelmuskulatur wieder unter dem Bein verschwindet und nach vorne und hinten zurück gleitet. So erhöht sich die Auflagefläche der Schenkel und damit die Sicherheit (Knieschluss) und Effektivität (Beine lang,...).


Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann praktischer weiter. Zuerst einmal ließ uns Kathrin auf dem Pezzipony das Mitschwingen im Schritt und Trab und beim Schulterherein üben. Dabei sollten wir, wie das Pferd, diagonal schwingen.



An dieser Stelle offenbarte sich zum ersten Mal der Grund meiner Probleme, links herum Schulterherein zu reiten und rechts anzugaloppieren: Das Gefühl, dass meine Schulter viel lieber lateral (also passartig) mitschwingen möchte, das ich immer wieder beim Reiten hatte, täuschte. Anscheinend schwinge auch ich richtig - zum Glück. Aber dadurch, dass ich ständig versucht habe, mich zu korrigieren ist jegliche Entspanntheit aus meinem Sitz verloren gegangen.

Danach kam etwas mehr Bewegung in die Sache. Wir alle liefen in einem Kreis um Kathrin herum, mal geradeaus, mal im Schulterherein mit zur Zirkelmitte gedrehten Fußspitzen. Wir waren eine wunderbare Abteilung und konnten auch super gleichzeitig die Hand wechseln. Aber darauf kam es Kathrin nicht an. Vielmehr wollte sie auch hierbei wieder sehen, ob wir diagonal schwingen und ob die Hüfte, deren Bein nach vorne schwingt sich abwärts bewegt.

Sämtliche Bewegungsanalysen sind wichtige Anhanltspunkte, falls mal jemand zum Physiotherapeuten, Orthopäden oder ähnlichem geht.

Die nächste Übung war dann mit Partner. Ein Partner mimte das Pony - Partnerpony- und einer den Reiter. Wobei wir hier eigentlich Bodenarbeit simulierten. Das Partnerpony sollte auf die Schulterdrehung und Fußposition des rückwärts vor ihm her laufenden Partnerreiters reagieren und ins Schulterherein bzw. wieder daraus zurück gehen. Hier gab es etliche Aha-Effekte, besonders was die Gehrichtung und Stärke der Drehung anging.

Auf Turnmatten ging es nach einer Kaffeepause mit Partnerübungen weiter. Wir sollten ausprobieren, wie viel von der Bewegung unserer Schultern und Hüfte beim Pferd ankommt. Das Partnerpony sollte auf die veränderte Berührung der Schenkel des Reiters reagieren und sich stellen und biegen. Und hier hatten wirklich viele (alle?) einen Aha-Effekt. Es kommt nämlich tatsächlich jede noch so kleine Bewegung an! Und die Meisten hatten sogar noch mehr Ahas: Es kam nicht alles so an, wie sie es gedacht hatten, machmal brachte eine kleine Bewegung das Partnerpony ungewollt auf die äußere Schulter, manchmal kam die Kruppe rein oder die Biegung ging verloren.
Und mein persönliches Fazit? Wieder einmal: Ich muss weniger machen. Ich muss mich nicht so sehr verdrehen, wie ich nach der Lektüre von Meyners zu müssen glaubte, sondern darf die äußere Hüfte zusammen mit der Schulter etwas vor nehmen. Nur die Verdrehung, die sie sowieso schon gegeneinander haben sollte erhalten bleiben. Außerdem: Wenn ich aus dem Schulter- oder Kruppeherein zurück zum Geraderichten möchte, sollte mein äußerer Schenkel weiter weg vom Pferd, sonst schubst er den Brustkorb direkt wieder und bewirkt, dass mein Pferd sich nach außern umbiegen möchte. Ich muss also das äußere Bein bei meiner Drehung aus der Schulterhereinhaltung zurück auch wieder vom Pferd weg bewegen. Unbedingt merken!!

Zum Schluss bekamen wir von Kathrin noch eine persönliche Erfahrung mit auf den Weg: Je zufriedener der Reiter, umso besser die Arbeit mit dem Pferd. Gut, im Grunde wussten wir das. Dennoch, dass die Änderung der Lebensumstände wirksamer sein kann als gezieltes Sportprogramm war zumindest mir neu und gibt zu denken. Wenn ich gut reiten will und der beste Lehrer für mein Pony sein, der ich sein kann, dann muss ich dringend alles in meinem Leben ändern, was mich stört. Es heißt also jetzt rigoros alles zu hinterfragen und auszumisten oder aufzustocken. Job, Freizeit, Wohnung. Was werde ich zuerst tun? Meine Diss abschließen. Ich glaube, danach bin ich grundsätzlich besser drauf. Meine Wohnung ausmisten und ordentlich halten. Meine liebe Freundin Heike von Haselnussblond ist da ein gutes Vorbild. Meinen Blog regelmäßiger pflegen (räusper). Mehr Reitschüler aufnehmen. Mehr genießen - und zwar ALLES!

An dem Abend nach dem ersten Kurstag hatte ich viel zu verarbeiten. Aber es stand ja noch der zweite Tag an, die Reitstunde mit dem Fokus auf den Sitz. Davon berichte ich morgen.







Dienstag, 20. Mai 2014

Aufstehen und weitermachen


Nein, ich bin nicht vom Pferd gefallen. Eher vom hohen Ross. Wobei, so hoch war es eigentlich auch  nicht. Egal. Heute soll es um Rückschläge und Enttäuschungen gehen.

Für mich gerade ein aktuelles Thema, denn bei meier Reitstunde gestern lief nichts wie es sollte und Dinge, die eigentlich gingen klemmten mal wieder. Und das war besonders enttäuschend, nachdem in der vergangenen Woche wirklich alles was ich versucht habe auch geklappt hat. Dann sitzt man da in der Reitstunde auf dem Pferd und denkt: "Na toll, wieder fast 50 € dafür ausgegeben, dass man gemeinsam veruscht, ins Bewusstsein des Ponys zu gelangen."
Ein kleiner Trost: Kathin konnte mir dennoch einen Ansatz zeigen, um die Blase, die mein Pony um sich gebildet hatte, um alles außer Leckerchen zu ignorieren, wenigstens stellen- und zeitweise zu durchbrechen.
Es bleiben ein fader Nachgeschmack und bohrende Fragen. Waren meine Erwartungen zu hoch, hat sie deshalb die Kommunikation eingestellt? Hat das Pony Blockaden, oder habe ich Blockaden oder ist alles körperlich in Ordnung und sie wollte nur nicht? Ist es zu warm oder gab es zu viel Gras? War ich am Ende ungerecht, weil ich mein Prinzesschen nicht so herzlich am Weidetor verabschiedet habe wie sonst? War es gemein, ihr den Apfel nicht mehr zu geben?
Ja, im Nachhinein ärgere ich mich. Aber nicht so sehr über die fast vergeudete Reitstunde, sondern mehr über mich selbst. Bevor ich reite, sollte ich alle Erwartungen in den Putzkasten legen und den in die Sattelkammer schließen. Ich sollte die Menschen um mich herum ausblenden und nicht denken, für sie tolle Sachen zeigen zu müssen. Reitlehrer eingeschlossen. Ich lerne ja trotzdem was, nur eben auf anderer Ebene. Wenn die Prinzessin nicht so eine super Leistung gezeigt hat, habe ich sie trotzdem lieb und das sollte ich sie auch wissen lassen. Heute habe ich ein schlechtes Gewissen.
Ich packe einen großen Apfel und eine Banane ein und entschuldge mich bei meinem Pferdi und dann tu ich so, als hätte es gestern nicht gegeben. Außer, dass ich etwas gelernt habe und von jetzt an versuche, mit dem neuen Wissen alles besser zu machen.

Sonntag, 27. April 2014

Neue Aspekte: Fitness und Food



Immer wieder kommen am Stall Leute auf mich zu, die gerne abnehmen möchten. Manchmal werde ich gefragt, wie ich meine Figur halten kann, obwohl ich doch so viele Süßigkeiten esse. Aber auch Probleme wie Haarausfall wurden schon an mich herangetragen. Denn: Ich bin Oecotrophologin, was für viele gleichbedeutend ist mit Ernährungsberaterin. Obwohl das nicht ganz richtig ist, habe ich mir inzwischen während meiner Arbeit am FKE, bei zahllosen Recherchen und natürlich während meines Studiums ein solides Wissen angeeignet über Ernährung, Stoffwechsel und ernährungsmitbedingte Krankheiten.
Mein Hobby ist nunmal das Reiten. Was anderes mache ich nicht, und ich denke, dass dies einen entscheidenden Einfluss auf mein Erscheinungsbild hat. Nun ja, es gibt auch pummelige und dicke Reiter, ebenso, wie es dünne Nicht-Sportler gibt. Viele Reiter tun wahnsinnig viel auf dem Pferd und steigen klatschnass ab – ich nicht. Trotzdem bin ich überzeugt, dass meine Figur im Wesentlichen von der Arbeit mit dem Pferd beeinflusst wird.

Nun möchte ich mir nicht anmaßen, „echten“ Ernährungsberatern Konkurrenz zu machen. Aber mit diesem Blog möchte ich ab sofort auch meine Erfahrungen und daraus resultierenden Ableitungen beschreiben, die natürlich stets durch fachliches Hintergrundwissen aus den Bereichen Ernährungs- und Bewegungslehre gestützt werden sollen.

Dabei soll keine Anleitung zum Abnehmen entstehen. Denn Anleitungen funktionieren bei so was nicht. Jeder Mensch ist unterschiedlich und auf diese Individualität kann in dieser Form nicht eingegangen werden. Was ihr lesen werdet kann euch unterstützen, es kann motivieren und Wege aufzeigen, die herkömmliche Diäten nicht bieten. Und ganz nebenbei trainiert ihr eure Pferde, macht sie geschmeidig, leicht in der Hand und weckt neue Motivation.