Sonntag, 27. April 2014

Klein aber fein



Gestern waren wir spazieren. Die Prinzessin, mein Mann und ich. Mein Mann ist sehr musikalisch und hört kleine Taktunreinheiten oder Ungleichmäßigkeiten beim Anschlag von Tönen sehr gut.
Als wir vor vielen Jahren mal in derselben Konstellation unterwegs waren, hat er gehört, dass Salut mit dem rechten Vorderfuß härter auftritt als mit allen anderen Hufen.
Heute waren wir uns einig, dass alle Anschläge gleich klingen. Eine winzig kleine Änderung, die wahrscheinlich niemandem auffällt. Aber mich macht sie stolz. Sie sagt mir, dass unsere Arbeit die Prinzessin in eine bessere Balance gebracht hat, dass sie ihre Vorhand nicht mehr mehr belastet als die Hinterhand und auch nicht eine Seite mehr als die andere.

Montag, 21. April 2014

Von inneren Einstellungen und Aufgewühltsein

Heute hatten wir mal wieder eine Reitstunde. Ich fand, wir waren seit dem letzten Mal, also unserem Kurs, gut weiter gekommen und wollte das nun auch zeigen.

Aber dann, heute nachmittag wurde meine innere Gemütsruhe gestört. Ich bin quasi harmoniesüchtig und eine kleine Unstimmigkeit wühlt mich immer total auf. Und wenn ich aufgewühlt, durcheinander, verunsichert oder traurig bin - eigentlich immer, wenn ich nicht mit total positiven Gefühlen beladen bin - geht meine Arbeit mit meinem einfühlsamen Pony immer schief.

Zurück zu heute. Mehrere kleine Unstimmigkeiten kamen da heute zusammen. Ich habe es sich anbahnen gemerkt und bin extra früher los gefahren, sodass ich im Auto und im Stall noch Zeit haben würde, um wieder runter zu kommen. Aber die Gedanken kreisen, aus ein paar dunklen Wolken werden Donner und Blitz, bis ein richtiger Wirbelsturm tobt. Jedenfalls sind sie dann immer schwer einzufangen. Es ging nicht. Ich saß im Auto und konnte das schlechte Wetter einfach nicht vertreiben.

Dann hab ich überlegt, was mir wirklich Freude macht. Also, abseits vom Pony. Und es ist Frühling, überall sah ich Blüten und frisches Grün, die Bäume zeigen sich von ihren schönsten Seiten. Mir ist eingefallen, wie mir neulich jemand, die ich gerade erst kennengelernt hatte, erzählte, sie pflanze jedes Jahr 2 Obstbäume. Ich musste lächeln. Dann hab ich mich auf Bäume konzentriert. Und tatsächlich, es funktionierte. Ich konnte mich entspannen und die ganzen negativen Gedanken beiseite schieben. Sogar als ich später nochmal an den Ärger erinnert wurde haben mir Bäume geholfen.

Die Reitstunde konnte ich ohne Störungen "von Innen" bestreiten und habe auch gute Ansätze zum Weiterarbeiten bekommen.
Aber meine größte und wichtigste Erkenntnis heute habe ich selber und ohne Hilfe erlangt.


Stand der Dinge am 5. April 2014 - Kandare, Kurse, Kunststückchen

Ich befürchte, heute hab ich viel zu schreiben, denn es ist viel passiert: Ich habe angefangen, Salut mit Kandare zu arbeiten, wir haben 2 Kurse bei Kathrin als Praxisteilnehmer mitgemacht und natürlich hat sich unsere Arbeit mal wieder etwas verändert. Zum Guten, möchte ich behaupten.
Der Reihe nach.

Im Dezember hatte ich ja immer das Problem, Saluts Kopf mit dem Kappzaum schief zu ziehen, obwohl ich eigentlich nicht wirklich ziehen musste. Sie hat sich schon beim leisesten Impuls verworfen. Mit der Trense hatte ich das gleiche Problem, außerdem will ich diese ja auch nicht zum Stellen oder gar Lenken benutzen. Ich hatte schon festgestellt, dass die Prinzessin besser läuft, wenn sie das merothische Ledergebiss trug, als wenn ich ihr das doppelt gebrochene Gebiss einschnallte. Bisher hatte ich das immer auf das Material geschoben. Aber vielleicht lag es ja auch daran, dass das eine quasi eine Stange war? Ich hab mich also nach einer Kandare umgesehen und mir die portugisische Variante mit wenig Zungenfreiheit zugelegt. Salut nahm sie sofort gut und ich hatte den Eindruck, dass sie den Kopf ruhiger hielt. Aber ich habe die Zügel immer nur hängen lassen und mich ausschließich mit dem Kappzaumzügel beschäftigt, weil ich mir nicht sicher war, wie ich Salut das neue Gebiss mit der anderen Einwirkung nun am besten beibringen soll. Dann kam zum Glück unser erster Kurs mit Kathrin, bei uns am Hof....

Kurs Akademische Reitkunst mit Kathrin Tannous bei Freewalker´s Home in Lünen
Melli und ich haben diesen Kurs zusammen organisiert und es war eine ganz schön aufregende Arbeit, sag ich euch. Aber darum soll es ja hier nicht gehen. Auch nicht darum, dass die meisten Praxis- und Theorieteilnehmer vorher nichts mit der Akademischen Reitkunst zu tun gehabt hatten.
Jeder Teilnehmer hatte 3 halbe Einzel-Reitstunden. Da ich eine davon an meine liebe Reitbeteiligung abgegeben habe blieben 2 für mich. In der ersten haben wir Handarbeit gemacht, in der zweiten bin ich geritten. Die Handarbeit war seit meiner letzten Stunde besser geworden, das seitliche Ausbrechen nach Außen (also gegen mich) war reduziert, Stellung und Biegung einfacher zu holen und erhalten, die ganze Arbeit insgs. runder.Was nicht so gut funktionierte war die einzelne Ansteuerung der Hinterbeine, besonders des inneren (also von mir entfernten).
Kathrin hat mir erklärt, wie ich Salut im Stehen erklären kann, was die Parade an der Kandare bedeutet. Außerdem soll ich ab sofort darauf achten, dass für die Schulparaden immer der innere Hinterfuß weiter vorne steht als der äußere und dass Salut ihr Gewicht wirklich auf den inneren verlagert und die innere Hüfte vor kommt.
In der zweiten Stunde bin ich geritten und da war leider der Wurm drin. Mein Sitz war irgendwie "kaputt", ich war steif und schief, das hab ich auch gemerkt, aber ich hatte Schwierigkeiten, gerade zu werden. Entsprechend war auch Salut steif. Hier haben wir das Henne-und-Ei-Problem. Man weiß nicht, was zu erst da war, aber wir haben uns definitiv gegenseitig nicht gerade geholfen. Wie dem auch sei, eine wichtige Botschaft habe ich trotzdem mitgenommen: Die Stellung im Genick und die in der Hüfte spiegeln sich. Je besser und sauberer ich mein Pony im Genick gestellt bekomme, umso schöner krieg ich auch ihre innere Hüfte vor.

Kurs mit Kathrin auf dem Traberhof Scholl in Rees
Oje, war das aufregend für meine Prinzessin! In unserer ersten Stunde mussten wir mehr Zeit mit beruhigen verbringen als mit der eigentlichen Arbeit. Mit ihren Kumpels als Aufpasser in den Ecken ging es dann aber.
Insgesamt konnten wir einige Erkenntnisse und Ansätze zum Weiterarbeiten mitnehmen. Zum Beispiel, dass die Bewegung im Schritt besser wird, wenn ich kurz vor Trab bin. ...

     Bilder von Stefan Bigusch



Kunststückchen
Hm ja, eigentlich hatte ich mit dem Thema abgeschlossen, nachdem die Prinzessin mir mitgeteilt hatte, dass sie den denn nicht versteht und ich auch eigentlich lieber andere Sachen mache. Aber nachdem bei uns am Stall Kunststückchen so in sind hab ich es halt auch nochmal probiert. Gähnen und Kopfschütteln sollten es sein. Der Zufall hat mir ein paar Mal geholfen und ich dachte schon, es hätte dieses Mal wirklich geklappt, aber es ist dann doch beim Zufall geblieben. Aber bisher hab ich nicht aufgegeben....



Mittwoch, 19. März 2014

Pferdeernährung

Ich weiß, ich müsste dringend mal wieder was neues von unserer Arbeit schreiben. Es ist echt viel passiert: Der Kurs bei Kathrin Tannous, Fortschritte, das einhändige Arbeiten, die Arbeit auf Kandare.
Außerdem wollte ich noch einen Vergleich zeigen, wie sich Salut seit 2007 verändert hat.

Leider hab ich grad ziemlich viel zu tun und komme einfach nicht dazu.
Aber ein Zeitfresser ist jetzt abgehakt: Der Futterkurs. Ich muss noch ein bißchen im stillen Kämmerlein lernen, aber grundsätzlich könnte ich euch jetzt nicht nur hinsichtlich eures eigenen Futters beraten, sondern auch fundierte Tipps zur Ernährung eurer Pferde (und Esel) geben.

Hier der Beweis (bin schon ein bißchen stolz):

https://www.coursera.org/verify/26LW34AUGM


Mittwoch, 22. Januar 2014

Stand der Dinge am 18. Januar 2014

Bei der letzten Reitstunde hat mir Kathrin verordnet, die Bodenarbeit einhändig zu machen. Meine neue und vorerst einzige Führposition ist jetzt links von Salut. Ich halte die Zügel mit der linken und die Gerte mit der rechten Hand. Das war eine ganz schön große Herausforderung, die mich Nerven gekostet hat. Anfangs ging es nur sehr schwer, weil Salut die neue Situation nutzte, um ständig über die äußere Schulter abzuhauen. Egal, ob ich dabei innen oder außen war. Ich habe dabei leider auch den Kappaum stärker eingesetzt als ich möchte. Aber dann wurde es langsam besser. Salut versteht mich jetzt besser und reagiert auch etwas schneller auf die Zügelhilfen am Hals. Das hat sich sogar aufs Reiten ausgewirkt, wie ich  neulich erfreut feststellen konnte! Nur läuft sie mir bei der Bodenarbeit immernoch gerne nach außen weg. Arbeite ich beidhändig, tendiere ich wohl dazu, den inneren Zügel zu fest anzunehmen, sie verwirft sich im Genick.
Hier habe ich ein paar Bilder von uns beim Reiten.

Fotografien von Stefan Bigusch

Wie ihr seht klappt Kruppeherein im Schritt linke und rechte Hand recht gut. Auf dem dritten Bild bin ich auch mit dem Trab zufrieden.

Von den Bildern bei der Bodenarbeit war ich entsetzt - dass Salut sich gerne mal verwirft weiß ich ja, aber dass es so schlimm ist hätte ich nicht gedacht! Hier sind nur die zwei besten Bilder, die anderen sind zu schlimm.

Fotografien von Stefan Bigusch
Wir üben hier gerade die Traversale im Schritt.





Samstag, 19. Oktober 2013

Kursankündigung: Akademische Reitkunst mit Kathrin Tannous

Für das Wochenende am 29. & 30. März 2014 planen wir einen Kurs bei Kathrin Tannous.
Er wird in Rees bei Wesel stattfinden, wo wir die Anlage samt Halle mieten konnten und genügend Gastboxen zur Verfügung stehen.
Es sind noch 4 Plätze für Praxisteilnehmer frei und außerdem viele Theorieplätze. Die Theorie kann auch tageweise gebucht werden.

Grober Kursablauf:
Samstag   9-10 Uhr Theorie
               10 - 14 Uhr praktischer Unterricht (1/2 Stunde für jeden Praxisteilnehmer)
               14-15 Uhr Mittagspause
               15 - 16 Uhr Theorie
               16 - 20 Uhr praktischer Unterricht (1/2 Stunde für jeden Praxisteilnehmer)
Sonntag   9-10 Uhr Theorie
               10 - 14 Uhr praktischer Unterricht (1/2 Stunde für jeden Praxisteilnehmer)
               14- 14.30 Uhr Mittagspause
               14.30 Uhr Theorie und Abschlussbesprechung

Mehr Informationen findet ihr hier: www.kathrintannous.de.


Eine Unterkunft in Rees kann organisiert werden.
Verbindliche Anmeldung ist erforderlich!

Urheber des Plakats ist Kathrin Tannous.

Freitag, 18. Oktober 2013

Stand der Dinge am 18. Oktober 2013

Genau zwei Monate nach dem letzten Bericht hat sich Ponys äußere Form enorm verändert. Leider habe ich keine Vergleichsfotos, ihr müsst es mir so glauben. Die Hinterhand ist runder geworden, der Rücken wird besser getragen, hängt nicht mehr so durch. Die gesamte Oberlinie hat enorm gewonnen und ist besser bemuskelt. Die ominöse Kerbe vor dem Widerrist (s. August) ist fast verschwunden, genau wie die merkwürdigen Muskeln. Salut läuft deutlich besser auf der Hinterhand, beugt sogar manchmal im Freilaufen die Hanken im Galopp und sieht nicht mehr aus, als ob in der Mitte die Verbindung fehlt. Laut Kathrin, unserer Trainerin, sind bei der Arbeit Schritt und Trab besser geworden.
Wie kommt das?
Nun, ich habe viel gearbeitet, je mehr ich lerne, je mehr ich übe und mich selbst, meinen Blick und meine Hilfengebung schule, umso schneller können Veränderungen vonstatten gehen. Die Arbeit an der Schulparade bringt das Pferd mehr auf die Hanken und nimmt Gewicht von den Schultern.
Außerdem hat das viele Hängertraining wohl Spuren hinterlassen. Da mein Zauberfeenhexchen auf dem Hänger den Großteil ihres Gewichts nach hinten verlagert, teilweise (inzwischen nicht mehr steigt, aber) Schulparaden oder Levade zeigt (was von mir natürlich in der Situation weder beabsichtigt ist noch toleriert wird), hat sie sich selber diese schöne, kräftige, runde Hinterhand antrainiert.
Und nicht zu vergessen die Heilpraktikerin mit ihren Hot Needles, mit denen sie erstaunlicherweise auf einen Schlag viele Steifigkeiten gelöst hat.