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Sonntag, 15. Mai 2016

"Wow, wie hast du denn das gemacht?"

"Wow, how did you do that?"
(English version see below)

Ein Zitat von Kathrin aus der besten Reitstunde seit langem.
Kennt ihr das, wenn ihr übt und auch (kleine) Erfolge seht und in der Reitstunde klappt das dann einfach nicht mehr? Ich kenne das leider nur allzu gut.
In meiner letzten Stunde passte aber endlich mal alles. Salut war über Wochen konstant körperlich stabil und hochmotiviert. Sie wollte mitmachen, sich präsentieren und lernen. All unsere Trainingserfolge hab eich Kathrin im April stolz vorgeführt, sie war ganz ruhig und als ich nach ein paar schönen Übergängen zwischen Schulparade und Schulschritt anhielt, sagte sie: "Geil, wie hast du denn das gemacht?". Und dann hat das Ganze auch noch mit Übergängen in den versammelten Trab geklappt. Ich hätte meine Prinzessin knutschen können (na gut, das hab ich auch gemacht).

Wie habe ich das denn jetzt gemacht?
Ich weiß es nicht genau. Ich vermute aber, dass Salut mich wieder spiegelt.
Während der ganzen dreieinhalb Jahre, die ich an meiner Dissertation gearbeitet habe, ging es mir mehr oder weniger schlecht. Und Salut war unmotiviert und unmotivierbar. Irgendwann habe ich festgestellt, wie sehr dies zusammenhängt. Ihr könnt das alles hier nachlesen.
Im letzten Jahr, endlich befreit von meiner Arbeit und viel pferdemäßig unterwegs, entspannte sich Salut. Eine Freundin begann, ihr einen Trick - die Oberippe hochziehen - beizubringen (es hat fast ein Jahr gedauert).
Seit November 2015 habe ich nun einen Job, der mir Spaß macht, einen unbefristeten, was mir natürlich sehr viel Sicherheit gibt. Genauso lange läuft es auch mit Lü unglaublich gut. Es geht nur noch bergauf, nicht bergab, hin und wieder bleiben wir mal, wo wir sind, bevor es wieder weiter geht. Seit Conqui uns begleitet meine ich, noch mehr Ehrgeiz und Spaß bei ihr zu erkennen.
Nicht nur Kathrin und ich merken den Unterschied, auch eine Freundin, die Salut nur selten gesehen hat, sprach von einem neuen Straheln, das man bei uns beiden merkt.

Salut ist lustig, lebenslustig und motiviert, sie führt jedem ihre Tricks vor und lernt sehr schnell Neues. Wir haben so viel Spaß zusammen wie selten zuvor.
Hoffen wir, dass mir mein Job noch lange gefällt!
Hoffen wir, dass uns beiden unser Leben wie es ist, noch sehr lange gefällt!


That is a quote from my last lesson with Kathrin.
Do you know the situation: You have been practicing hard and could see (small) results and the moment you want to show everything in a lesson, you are not able to show anything of that? I have experienced this too often.

In my last lesson finally everything was perfect. Salut had been stable both physically and mentally over weeks and she was highly motivated. She wanted to perform and learn. All the things we had practiced before we showed to Kathrin and she was all quiet and when I stopped Salut after some transitions between school walk and school halt she said: "Wow, how  did you do that?".
And then the transitions also worked out perfect with the collected trot. I could have kissed my princess (and I did).

How did I actually do that?
I do´nt know for sure. I strongly persume that Salut is mirroring me again.
During all the three years of my doctoral thesis, I was more or less miserable. And Salut was unmotivated and un-motivatable. At some point, I noticed how this was connected with my feelings. You can read that here.
During the last year, finally freed from my thesis and the work I did not like, I was working with horses a lot and Salut began to relax. A friend of mine taught her a trick - lifting the upper lip (needed nearly a year for that). 
From November 2015 on I have a new job which I really like, an open-ended employement, which gives such a feeling of safety! Since that, Salut´s and my work is getting better and better, it´s going uphill, never down, sometimes we stay at a point for a while before going on. Since Conqui is with us I think I feel even more ambition and fun on Salut´s side.

Even a friend who has not seen us for a while said she noticed a new sparkle at both of us.
Salut is cheerful and motivated, she likes to show her tricks to everybody and learns new things quite fast now. We have more fun together than we had for a long time.
Let´s hope, I will like my job for very long!
Let´s hope, we both will like our lives as they are for very long!


Dienstag, 6. Oktober 2015

1. Woche auf dem Moorhof

Die erste von vier Wochen ist nun fast um, Zeit für einen Bericht. Da ich ziemlich erledigt bin, heute mal nur im Telegrammstil.
Es ist auf dem Moorhof definitiv mehr zu tun, als bei Bent. Das Zuschauen und Arbeiten mit dem eigenen Pferd, sprich das Lernen, für das ich hergekommen bin, bleibt leider etwas auf der Strecke. Teilweise habe ich nicht einmal Zeit, Salut zu putzen. Noch hoffe ich aber, dass sich das bald ändert.
Wir hatten direkt vom ersten Tag an Unterricht bei Marius, am Wochenende auch mal bei seiner Freundin. Beide haben mir sehr gute Tipps gegeben, mit denen sich unsere Zusammenarbeit direkt verbessert hat.

Salut hat sich sofort mit dem Pony meiner Mitpraktikantin angefreundet, inzwischen fressen sie sogar zusammen aus einem Bottich.
Die Sonnenaufgänge sind spektakulär.






Mittwoch, 30. September 2015

Angekommen 2

Arrived 2

Nach einer unspektakulären, 50-minütigen Fahrt sind die Prinzessin und ich heute nachmittag wohlbehalten auf dem Moorhof angekommen, wo wir die nächsten vier Wochen verbringen werden.
Salut hat sich bereits Halle und Platz angeschaut und es sehr gelassen genommen, danach durfte sie auf die Wiese. Nun steht sie in einer -für meinen Geschmack etwas wenig - eingestreuten Box und mümmelt ihr Heu. Ich denke, ihr geht es gut.

Ich muss mir mein Zimmer noch bis Sonntag mit einer anderen Praktikantin teilen, aber es ist ok.
Menschen und Pferde hier sind sehr nett und ich bin gespannt auf die nächsten Tage und Wochen.
Bilder folgen.


After an unspectacular 50 minutes drive, the Princess and me arrived at the Moorhof this afternoon. Salut already had a look around everything and was quite relaxed. Afterwards sie went on the pasture and now she is chewing away a pile of hay in her box.

I was welcomed nice by nice people and horses. My room is okay, but until sunday I have to share it with another intern. 
I am looking forward to what is coming the next days and weeks.
Pictures will follow.


Montag, 7. September 2015

Blick und Hals

Expression and neck


(English version below)

Das hier war nicht geplant, deshalb gibt es auch nicht viel Text.
Neuerdings mache ich wieder mehr Bilder und die habe ich gerade mal mit älteren verglichen.
Schaut mal, wie sich der Hals verändert hat von kurz und dick über kurz und dünn zu lang und elegant! Ganz besonders schön finde ich, dass sich gleichzeitig auch der Blick meiner Prinzessin enorm gewandelt hat. Sie schaut nun viel wacher, aufmerksamer und interessierter ihre Umwelt an.


This was not planned, so there is not much text.
I started to take photos again and few days ago I compared the new ones with older pics.
See, how Salut´s neck has changed from short and thick over short and thin to long and elegant.
Even more happy I am with the expression in her face, which is now a lot more open, attentive and interested than it was a year before.

Sonntag, 30. August 2015

Drei Monate danach

Three months after 

(English version see below)

Ich bin tatsächlich schon fast drei Monate wieder zuhause. Zurück aus Toreby, der Pferdeblase. Zurück in meinem normalen Leben, zurück am Schreibtisch. Was habe ich die ganze Zeit getan? Wie empfinde ich rückblickend das Praktikum in Dänemark?

Sofort nach meiner Rückkehr musste ich mich an die Arbeit machen, schließlich waren es nur noch zwei Wochen bis zur Disputation, der Verteidigung meiner Doktorarbeit. Ein 45-minütiger Vortrag mit anschließender Diskussion. Hochschulöffentlich. Diese Vorbereitung war ein Graus. Nicht, weil es so schwer wäre, einen Vortrag über das zu halten, woran ich drei Jahre gearbeitet und worüber ich 150 Seiten geschrieben habe. Sondern, weil ich von 100 auf Null zurück musste, bewegungsmäßig. Von den ganzen Tag schuften wie ein Tier auf den ganzen Tag bewegungslos am Schreibtisch sitzen und denken. Von täglich mehrfachem Ponyspaß zu langer Anfahrt und einmal am Tag Hallo sagen. Ist einfach nicht mehr mein Ding. Was solls. Ich hab mich zusammengerissen und es hat geklappt. Sobald die Sache publiziert ist (da kümmert sich die Uni Bibliothek drum) dürft ihr mich Frau Doktor nennen. Wenn ihr wollt.

Tja, danach fing dann die Stellensuche an, mindestens genauso ätzend und zusätzlich noch frustrierend. Also habe ich mir - zur Ablenkung und um meinen Reitunterricht auf eine neue Ebene zu heben - die Themen-Kurzseminare ausgedacht. Und dann einen Namen: EquiLogie im Kleinen Cafe. Die Vorbereitung des ersten Seminars zum Thema Bewegung und Blickschulung hat einen Riesenspaß gemacht und abgesehen von meiner leichten Nervosität lief es dann auch ganz gut. Inzwischen bastel ich am zweiten Seminar, in dem es um Hilfen und Sitz gehen soll (schaut unter Termine).

Mit dem Reitunterricht hat es sich gut angelassen, es sind ein paar Schüler dazu gekommen und ich bin von allen begeistert. Jedes Mal, wenn ich zu den Ställen komme, hat es Fortschritte gegeben, ich sehe zufriedene Pferde und Menschen.

Und ich selber? Ein bisschen habe ich ja schon letzte Woche unter der Überschrit Mein neuer Filzsattel geschrieben. Zuerst war es schwierig, aus der Pferdeblase in den normalen Alltag und die Stallzeit zu finden, mit nicht akademisch reitenden zu kommunizieren und mein Pony nicht mehr so intensiv trainieren zu können. Zuerst hat die Qualität der Arbeit auch darunter gelitten, es tauchten wieder alte Probleme auf, Salut wurde zusehends unmotivierter. Dafür habe ich aber wundervolle Ausreitpartnerinnen gefunden, zu denen wir halbwegs regelmäßig fahren. Das macht auch der Prinzessin Spaß, die inzwischen anscheinend recht gerne mal wegfährt.
Irgendwann fiel ich mal wieder in ein Tief: Kein Job, kein erneutes Praktikum, frustriert vom Pony und dem Stadtleben. Das hat das Pony natürlich direkt mitgezogen und mich dann wieder weiter.....
Seit ein paar Tagen hat sich meine innere Lage aber wieder beruhigt. Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr sich meine Laune auf Salut auswirkt. Auch sie ist wieder besser drauf, aufnahmefähiger, motivierter. Am Freitag sind wir so schön geritten, wie schon lange nicht mehr!

Ich schaue gerne und wehmütig auf meine Praktikantenzeit in Toreby zurück. Beinahe vergessen ist die Anstrengung am Anfang, als ich erst Muskeln aufbauen musste, fast lächerlich erscheint mir meine Frustration, dass Salut zuerst nicht mitmachen wollte und wir anfangs nur sehr kleinschrittig (ich dachte: gar nicht) vorangekommen sind. Über Missmut, den ich damals empfand, kann ich jetzt lachen. Ich will nochmal!

Ok, jetzt mal Butter bei die Fische, wie war´s, so im Rückblick?
Die ersten vier Wochen waren die schlimmsten, weil alles so chaotisch geregelt war, die Arbeit so anstrengend, Salut so prinzessinnenhaft, die Kollegin so un-freundschaftlich. Ich wollte nach Hause. Nachdem Salut sich mit den Gemälden in der Halle angefreundet hatte (nach ca. zwei Wochen) wurde es etwas erträglicher, blieb aber weit hinter meinen Erwartungen zurück. Die Unterrichteinheiten waren kurz, ich hatte immer das Gefühl, "es zu versauen", dass wir nichts lernen. Die andere Praktikantin war nicht an Freundschaft oder Teamwork interessiert, sondern nur daran, selber wenig Arbeit zu machen. Eigentlich habe ich mich nur darauf gefreut, eine neue Mit-Praktikantin zu bekommen. Sie kam dann nach vier Wochen. Aber auch mit ihr war dann nicht alles einfach, ich musste mehr Arbeit übernehmen, weil sie Probleme mit dem Handgelenk hatte. Ich habe meinen Mann verimsst und er mich noch mehr. Ich habe mich jeden Tag auf unser kurzes Telefonat gefreut, gleichzeitig wusste ich aber, dass es uns traurig machen würde.
Ich habe sage und schreibe erst acht Wochen lang gedacht, ich verschwende meine Zeit, ich lerne nichts und mache mich kaputt dabei. Dann hat es plötzlich Klick gemacht - bei Salut und auch bei mir. Und von dem Moment an war alles super: Die Reitstunden waren besser und erfolgreicher, die Arbeit einfacher, das Wetter schöner. Wir Working Students haben uns die Arbeit schlauer aufgeteilt, sodass wir mal länger zwischendurch Freizeit hatten. Nach zehn Wochen war ich traurig, dass mir nur noch so wenig Zeit bleibt und zum Schluss wäre ich gerne dort geblieben. Ich hoffe, ich habe irgendwann nochmal die Gelegenheit, ein kürzeres Praktikum bei Bent und Kathrin (und auch bei einem anderen Trainer) zu machen!

Ganz toll fand ich, dass jede Woche andere, tolle, interessante Leute als Week Students auf den Hof kamen und in unserer WG wohnten. Wir haben bei jeder Gelegenheit Pferdegespräche geführt und ich habe ihnen so oft es ging bei ihrer Arbeit zugeschaut und dadurch enorm viel gelernt. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und habe das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die ganz Nordeuropa umfasst - und das ist ein wunderbares Gefühl. Ich freue mich darauf, viele von ihnen irgendwann wiederzusehen.



I am back home for three months now - back from Toreby, the horse-bubble. Back in my normal life, back at the desk. What have I done since then? What do I think about my internship from the retrospecitve view?

Directly after my return I had to start working on my presentation - I had only two weeks left until my disputation, the defense of my doctors thesis. 45 minutes oral presentation and the same time for discussion - open for everyone at my university. Preparing for this was horrible. Not, because it is hard to talk about what I have been working at for three years and wrote 150 oages about. But because I had to come back from 100 to zero, concerning movement. From working hard all day long to sitting more or less without moving, only thinking. From multiple times of fun with my pony each day to travelling half an hour to have some time for concentrated work. That is just not what I like. However, I pulled myself together and was very successful. As soon as my thesis has been published you may call me Doctor. If you like to.  

Well, after finishing with this, I had to start finding a job to get some money, which is nearly as boring and frustrating as working on the presentation. To have some distraction and something to look forward to, and to improve my riding lessons, I decided to hold short seminars on special topics in the academic art of riding, like learning to distinguish correct from false movements and the aids and seat. Preparing these is fun and I am learning a lot myself, too. The first seminar is already over and was quite good, now I am looking forward to the second one (see Termine). 

I have some old and some new riding pupils and I am happy with all of them. Each time I come to the stables I can see a new development, pleased humans and horses.

What about myself? A bit I already wrote last week about the new Filzsattel. At the beginning it was hard to find back to a normal day, without the horse-bubble. It was unsatisifiyng not to be able to train my horse so intensively. At first, the quality of our work decreased, old problems reappeared and Salut lost motivation. But instead, I found wonderful people to ride out with, whom we are visiting now quite regularly. That is fun for both of us - the princess and me - and she even seems to like driving somewhere now.
Nevertheless, I got a bit depressed: no job, no new internship, frustrated by the pony and living in the city. This resulted in Salut getting depressed and even less motivated, then me again,....
A few days ago, I regained my inner balance. Not for the first time I am surprised, how much my own wellbeing influences my horse´s emotions. She, too, is now happier, more concentrated and motivated. Last friday we rode as nice as we did not since May.

I like to look back at my time as a working student at Bent´s and Kathrin´s place and I miss it. Nearly forgotten is the painful beginning, when my muscels had to buid up for the daily routines, nearly ridiculous seems my frustration because Salut did not want to cooperate at first so that we only had a very slow (I felt like absolutely no) progress. Today, I can only laugh about the discontent I felt back in march. I want to be there again!

Okay, honestly, how was it, from today´s point of view?
The first four weeks were the worst, as everything seemed to be so chaotic, work was so exhausting, Salut such a princess and my co-worker not my friend. I wanted to go home. 
After Salut had made friends with the paintings on the walls in Bent´s arena (wich was after two weeks), it got a bit better, but was still not what I had expected. The lessons were too short and I had the constant feeling, that I totally failed. Furthermore, I felt like my collegue gave me more and more of her work, so I was looking forward to the next intern, who should replace her in April. But with her it did not really get easier, as she had problems with her wrist and was not able to do the heavy work. I missed my husband and cats and he missed me even more. Each day I was looking forward to our short telephone call, although I knew it would leave me sad.
Eight weeks I really thought I was wasting my time, do not learn anything and damage my body. Then suddenly it made klick - with Salut and with me. And from then on, everything was super: lessons got better and more successful, work got easier, weather better. We working students structured our workload smarter, so we had more free time. After ten weeks I was sad, that I would have to leave so soon and at the ent I would have liked to stay a bit longer. 
Now I am hoping to get the chance of another internship there or at another trainers place, someday.


A very special aspect was that each week other nice, interesting people came to the place as week students and lived in our apartment. Everytime we had the chance, we did horse-talk and whenever possible I watched them working with their horses. I learned so much from the week students! I made new friendships and enjoyed the feeling of being part of a community, which involves people from all over north europe - and that is a wonderful feeling. I am looking forward to meet some of them again someday.




Montag, 6. April 2015

Was für eine Woche!



Wow, in der letzten Woche ist so furchtbar viel passiert und es war so unendlich (tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes) viel zu tun. Daher hatte ich leider keine Zeit, die Fotos für meinen zweiten Teil der Happy Hair Days aufzunehmen – aber das kommt dann demnächst! Jetzt möchte ich erstmal kurz von der Woche berichten.
Einmal im Monat ist Public Evening, dann dürfen interessierte Leute Bent und Kathrin bei ihrer Arbeit mit den Pferden zuschauen. Für uns Praktikanten bedeutet das natürlich extra viel Arbeit: Angefangen damit, dass die Pferde glänzen, Mähnen und Schweife ordentlich und Haar für Haar fallen müssen, geht es weiter mit dem Stall, der ebenfalls auf Hochglanz gebracht werden, dem Hof, der von sämtlichen Heu- und Strohresten befreit sein soll und der Reithalle, die ordentlich abgezogen und gewässert werden muss. Darüber hinaus müssen Stühle aufgestellt und abgewischt sowie sämtliches Sattel- und Zaumzeug geputzt werden. Eine Menge.
Dieses Mal hat sich Bent spontan entschieden, das Stroh- und Heulager aus der Halle in die Scheune zu verlegen – und zwar am Tag vor dem Public Evening. Somit hatten wir zu viert etwa 6 Stunden zusätzliche Arbeit. Dank des Sturms war dann auch noch eine ordentliche Menge Stroh und Heu draußen zusammen zu harken.
Meine Laune war wirklich auf dem Tiefpunkt, weil ich dadurch tatsächlich 2 Tage nichts mit Salut machen konnte, sogar meinen Unterricht bei Bent musste ich dafür ausfallen lassen. Inzwischen habe ich mich wieder abreagiert und fleißig mit dem Pony trainiert.
Wie immer waren diese Woche auch Week Students für Bent da. Und da gab es tatsächlich ein Highlight, denn einer davon war Christopher Dahlgren, ein akademischer Reitkünstler, den ich schon lange mal live sehen wollte, mit seinem Frederiksborger Hengst Saxo. Sie haben gemeinsam diese Woche die Passage- und Croupade-Prüfungen bestanden, was mich sehr für sie freut! Den beiden bei der Arbeit zuzuschauen war wirklich schön und hat mich sehr inspiriert.  Wesentlich dazu beigetragen haben aber auch die langen Gespräche, die wir alle abends geführt haben, fast schon Vorträge von ihm, in denen er seinen Ansatz der Arbeit mit den Pferden erklärt hat. Im Gegensatz zu Bent, der fast immer von der Versammlung in das Vorwärts geht, beginnt Christopher stets mit der Entspannung. So konnte ich ihn mit Saxo auch mal am langen Zügel schnelle Runden auf dem Zirkel galoppieren sehen, die dann langsam zur Versammlung, Pirouetten und fliegenden Wechseln wurden, sofort natürlich gefolgt von langem Zügel und Leckerchen.
Christopher arbeitet, inspiriert von seiner Frau, die wiederum Schülerin von Honza Blaha ist, und entsprechend der Horsenalities von Linda Parelli, seine Pferde vom Boden stets so, dass sie nach seinem Bauch suchen und das äußere Vorderbein seinem Körper folgt. Seine Pferde führt er somit nicht am Cavecon, obwohl sie eins tragen, sondern „am Bauch“. Wesentlich für seine Arbeit ist immer die Entspannung. Mir gefällt seine Art sehr gut und Saluts und meine Arbeit hat dadurch direkt profitiert. Auf der Grundlage der Entspannung ist Salut nun in der Lage, sich zu versammeln, ein paar Schritte Schulschritt zu gehen und sich anschließend wieder zu entspannen. Mein Pony ist im Moment sehr energiegeladen, sodass diese Art der Arbeit auch im Trab funktioniert. Da ich mich ja schon vorher mit Freiarbeit beschäftigt hatte, sind alle Bewegungen  sogar ohne Leder am Kopf möglich.  Es ist toll!!


Seit dem letzten Sonntag habe ich außerdem eine neue Mit-Praktikantin, Bettina. Wir kommen prima miteinander aus und auch unsere Ponies mögen sich schon. Mit Bettina macht die Arbeit mehr Spaß, wir haben uns viel zu erzählen und sind uns bei vielen Dingen, die Abläufe betreffend, einfach sehr einig. Auch, wie sie mit ihrem Pferd (und auch allen anderen) umgeht finde ich sehr, sehr nett. Ich freue mich auf die nächsten zwei Monate der Zusammenarbeit.


Mehr Informationen zu Christopher Dahlgren findet ihr hier: http://www.horse-vision.se/en

Bettina schreibt ebenfalls einen Blog, den ich sehr lesenswert finde. Schaut mal rein: beeandthehorse.com




Samstag, 14. März 2015

2 Wochen auf Lindegaard - Was ich bisher getan und gelernt habe

Seit 2 Wochen bin ich jetzt schon als Praktikantin bei Bent. Anfangs dachte ich, die ganze Arbeit ist doch gar nicht zu bewältigen. Aber nachdem ich mir einen Überblick verschafft, die Struktur des Tagesablaufes verinnerlicht und meinen Biorythmus angepasst hatte, wurde es leichter. Normalerweise habe ich ständig etwas zu essen in der Hand und eine Kanne Tee in Reichweite. Ich bin zwar hibbelig, aber ich sitze auch gerne mal faul rum. Das geht hier definitiv nicht!
Für alle, die es interessiert, was ich hier so mache oder die überlegen, sich ebenfalls zu bewerben, hier ein Überblick:
Mein Tag fängt um 5.30 Uhr an. Nach einem Glas Saft gehe ich zusammen mit der anderen Praktikantin in den Stall und füttere sowohl unsere, als auch die Gast- und selbstverständlich Bents und Kathrins Pferde mit Heu. Während sie das mümmeln, misten wir die 10 Boxen von Bent und Kathrin inklusive der Paddocks. Um halb 7 gibt es dann Kraftfutter für alle, danach wird weiter gemistet, neu eingestreut, Wasser in die Eimer gefüllt und gefegt. Zwischendurch bringen wir schonmal Pferde auf die Wiesen. Dann putzen wir den Rest, damit Bent und Kathrin sie später zum Reiten nur noch holen müssen. Nach dem Haken des Hofes können auch wir endlich fühstücken.
Ab 9 Uhr fangen wir mit unseren Reitstunden an (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag), danach sehen wir bei denen der Weekstudents zu. Da viele Leute hier aus Skandinavien kommen, ist der Unterricht meist auf englisch. Ab 11 Uhr beginnen Bent und Kathrin, mit ihren Pferden zu arbeiten und auch hierbei sitzen wir in der Halle, um vom Zuschauen zu lernen und Fragen zu stellen. Zwischendurch müssen aber auch einzelne Pferde reingeholt oder raus (auf die Wiese/ Paddocks) gebracht und geputzt, sowie Heu und Stroh für die nächsten Fütterungen abgewogen werden. Ab ungefähr 13 Uhr haben wir dann Pause, bis wir um 14 Uhr wieder zum Füttern, Wasser nachfüllen und Fegen raus müssen. Meistens miste ich dann noch meine eigene Box und die eines Berittpferdes aus und übe mit Salut, was Bent und als Hausaufgaben gegeben hat. Nachmittags werden nochmal Pferde auf den Wiesen ausgetauscht und manchmal hat jemand Reitunterricht, dem ich zuschaue. Ansonsten kann ich in der Zeit einkaufen, kochen, mich erholen oder hier was schreiben. Abends wird wieder gemistet, gefüttert, getränkt und gefegt bis ca. 19.30 Uhr. Wenn ich danach noch Energie übrig habe, was meistens der Fall ist, gehe ich erneut mit der Prinzessin in die Halle um zu üben.
Um 21.30 Uhr falle ich dann im Gehen um und muss schlafen.

Und jetzt zu der anderen spannenden Frage: Was habe ich in den 2 Wochen gelernt (abgesehen von Organisation)?
Nun, die erste Woche ging eigentlich dafür drauf, anzukommen und meine Prinzessin zu beruhigen, ihr die Halle zu zeigen und trotz ihrer Rennerei ein wenig den inneren Hinterhuf zu mehr Vorwärts zu bewegen. Erst in der zweiten Woche konnte es richtig los gehen mit dem Unterricht. Bent hat festgelegt, dass wir im ersten Monat erstmal vom Boden arbeiten. Dabei wechseln wir zwischen Boden- und Longenarbeit hin und her, erklären dem Pony zuerst per Bodenarbeit, was wir wollen, um es danach auch in der Distanz zu probieren. Im Wesentlichen geht es gerade darum, das Genick, die Schultern und die Hinterbeine jeweils von außen und innen ansprechen und steuern zu können. Übergänge zwischen vorwärts und Versammlung, Kruppeherein und Schulterherein und beidem gleichzeitig, Energie aufbauen und fließen lassen sind die Aufgaben, wobei wir versuchen, meine Körpersprache zu verdeutlichen und gleichzeitig auf ein Minimum zu reduzieren, mit dem ich dann wiederum Saluts Körper steuern kann. Das ist tatsächlich Kopfarbeit für mich und anstrengend für uns beide. Bent ist sehr anspruchsvoll und ein guter Lehrer und Kathrin hat gute ergänzende Tipps gegeben. Das selbstständige Üben ist jedoch wirklich wichtig, um das in den Stunden angelernte tatsächlich zu festigen. Wenn etwas nicht funktioniert, werde ich immer dazu aufgefordert, Fehler mal zuzulassen und zu schauen, wie ich sie mit meinerm Körper, mit dem Zeigen der Gerte oder anderem Treiben korrigieren kann. Das braucht Konzentration, Zeit und Einfühlungsvermögen und manchmal ist es schwer, das alles aufzubringen, wenn der Tag so anstrengend war. Aber bisher läuft es ganz gut, möchte ich behaupten.

Auch am Wochenende sollte ich eigentlich viel üben, aber um den Kopf mal frei zu bekommen, haben wir eben einen langen Spaziergang gemacht. Der war eigentlich kürzer geplant, nur haben wir uns leider verlaufen....

Donnerstag, 12. März 2015

Was war denn da am Sonntag los?

15084
14676
13034
6871
22246
17294
16963
12720 (to be continued, the day still has some hours)

Ich trage meinen Schrittzähler hauptsächlich, weil ich sonst keine Uhr hätte. Aber es ist auch interessant zu sehen, wie viel ich täglich laufe. Eindeutig am meisten an den Tagen, an denen ich Unterricht habe. Sonntag scheine ich recht faul gewesen zu sein. Oder habe ich das Gerät da irgendwo liegen lassen?


Sonntag, 1. März 2015

Angekommen

Lange konnte ich mich darauf freuen, gestern war es denn so weit: Salut und ich sind zu unserem Praktikum bei Bent Branderup in Dänemark aufgebrochen. Aufregend war das. Für mich vielleicht mehr als für die Prinzessin, denn die wusste ja nicht, wohin es geht, als ich sie in den Hänger gebracht habe.


Die Überfahrt mit der Fähre war nicht so schlimm, wie ich gedacht habe. Entgegen der Vorschriften bin ich natürlich mit meiner Prinzessin auf dem Autodeck im Anhänger geblieben, um sie wenn nötig mit Bachblütentropfen zu beruhigen. Aber sie war reltiv gelassen- zum Glück, denn essen und trinken wollte sie nichts.

Als wir nach achteinhalb Stunden Fahrt endlich auf Lindegaard ankamen, hatte sie dann aber doch wirklich genug vom Ruhigstehen, daher haben wir abends noch zusammen die Halle erkundet (haaa - stellt euch hier dieses Geräusch vor, dass in Filmen kommt, wenn jemand eine Erleuchtung hat oder so), bevor es endlich Essen mit allen am Hof gab.

Ich freue mich jetzt auf lehr- und erfahrungsreiche drei Monate und hoffe, dass ich zwischendurch viel zu berichten habe!


Montag, 26. Januar 2015

Stand der Dinge am 26. Januar 2015

Das letzte Update zu unserer Arbeit ist nun schon echt lange her und seitdem hat sich viel viel viel getan. Ich fasse mich kurz:

News:
  • Anfang 2014 habe ich in aller Heimlichkeit eine Bewerbung für einen Praktikumsplatz zu Bent Branderup geschickt. Es hat geklappt und so werden Salut und ich dieses Jahr 3 Monate auf Lindegaard verbringen und hoffentlich viel lernen. Im März geht es los.
  • Dazu sind wir nun auch motorisiert - Führerschein, Anhänger und Zugfahrzeug mussten erst erworben werden.
  • Ich habe mir einen neuen Sattel gebaut (darüber bald mehr in einem Extra-Post), mit dem wir nun schöne Ausritte machen können. Auch Springen geht so halbwegs damit und sogar für das Dressurreiten funktioniert er überraschend gut. Saluts Rücken ist seitdem nicht mehr druckempfindlich gewesen.
Arbeit:
  • Es hat lange gedauert, aber im Verlauf des Jahres hat sich unsere Arbeit endlich wieder verbessert. Ich möchte nicht abstreiten, dass dies zu großen Teilen daran liegt, dass ich endlich entspannt bin, nachdem ich im Oktober meine Doktoarbeit abgeschlossen und eingereicht habe. Die Prinzessin ist seit Dezember plötzlich motiviert und engagiert. Sie arbeitet mit und versucht, Antworten zu finden, die mich freuen. Und das tun sie. Wir haben so viel Spaß wie lange nicht mehr und viele Baustellen können wir nun angehen und Lösungen finden.
  • Saluts Rücken ist in Ordnung, schwingt locker und lässt auch Biegung zu. Endlich können wir wieder am Galopp arbeiten. 
  • Bei der Bodenarbeit kann ich nun den Trab in die Arbeit einbeziehen und auch das Angaloppieren wird besser.

Montag, 27. Oktober 2014

Freiarbeit

Erst wollte sie keinen Sattel mehr, dann mochte sie nicht mehr am Kopf geführt werden. Ist das das Ende der Arbeit mit der Prinzessin? Beinahe hätte ich ja gesagt, aber das wäre so falsch. Es war das Ende der Korrektur am Kappzaum oder der Trense und gleichzeitig der Anfang zu noch feineren Hilfen, zu mehr Körpersprache und Sitzkommunikation.
Ja, ich weiß, wenn das Pferd plötzlich am Kopf empfindlich wird und Trensen etc. nicht mehr mag oder überall rein beißt können Zahnprobleme dahinter stecken. Der Tierarzt ist schon verständigt. Trotzdem konnten wir etwas Tolles für unsere Arbeit daraus ziehen.

Für manche mag es aussehen wie ziemlich unspektakuläre Zirkustricks, wenn ich rückwärts vor meinem Pony her gehe und sie mir folgt, die Nase zu meinem Bauch zeigend. Und wie die typische Freizeitreiterspinnerei, wenn ich nur mit Halsring reite. Für mich ist das die Überprüfung und Verfeinerung der Arbeit, die wir bereits gefestigt hatten.

Was wir nun konkret machen? Ich führe, Pony folgt. Dabei gebe ich mit meinem Bauch die Blickrichtung und Stellung, mit der Gerte in der Schenkellage die Biegung und den Takt vor. Meine Haltung wird von Saluts gespiegelt: Wenn ich mich aufrichte tut sie das auch, wenn ich mich etwas vorbeuge soll sie den Hals fallen lassen. Meine Schultern sind parallel zu ihren Schultern. Wenn sie mich in korrekter Biegung spiegelt kann ich also durch Drehung meiner Schultern auch ihre drehen und sie so in ein Schulter- oder Kruppeherein oder in die Traversale führen.
Fazit für die Bodenarbeit ohne Zeug am Kopf: Ich habe meine Körpersprache verfeinert, Salut hat gelernt, genauer zuzuhören. Durch anfangs extrem häufiges Lob habe ich sie sehr aufmerksam und motiviert gemacht, Eigenschaften, die mir in letzter Zeit an ihr gefehlt haben. Leider ist sie gleichzeitig auch etwas zu einem weißen Hai geworden, aber das wird wohl auch wieder verschwinden.

Beim Reiten mit Halsring habe ich meine "Zügelhilfen" nun also auf die indirekten Hilfen, das heißt die an der Schulter, reduziert. Der Halsring simuliert perfekt den äußeren Zügel und kann - großer Vorteil - gleichzeitig den Hals reinführen und die innere Schulter zurückhalten. Aber nur mit Zügeln bzw. Halsring zu reiten macht natürlich noch keine schöne Arbeit. Ich muss jetzt verstärkt auf einen deutlichen Sitz und punktgenaues Treiben achten, um die Biegung korrekt zu erhalten. Sobald ich etwas nicht ordentlich mache, erhalte ich die Quittung. Hier fehlt es allerdings dem Pony noch ein bisschen an der Motivation, die wir in der Boden-Freiarbeit so schön wiedererlangt haben. Wenn sie keine Lust mehr hat, hat sie keine Lust und dann hilft auch der beste Sitz nicht, um sie auf der Zirkellinie zu halten. Aber was wäre das Leben ohne Herausforderungen? Challenge accepted!

Sonntag, 31. August 2014

Kursbericht vom Sitzkurs mit Kathrin Tannous - Teil 2

Am Sonntag ging unser Kurs weiter mit Einzelstunden für 7 glückliche Teilnehmer.
Bei strahlendem Sonnenschein ist Kathrin super auf die jeweiligen Wünsche und Probleme eingegangen und konnte viele hilfreiche Tipps verteilen.

So auch bei der Prinzessin und mir.
Mein Problem war in erster Linie das Schulterherein auf der linken Hand. Mit dem kleinen Hinweis, doch die äußere Hüfte etwas mit vor zu nehmen war es schon getan, der Knoten schien geplatzt! Im Kruppeherein war es ähnlich einfach: Meine äußere Schulter ist immer nach hinten abgehauen - wie also sollte die vom Pony dann in der Stellung vorne bleiben? Salut ist dann auf die innere Schulter gefallen. Mit der Idee, die äußere Schulter wieder nach vorne zu bringen hat Kathrin mir auch hier eine relativ einfach Lösung an die Hand gegeben. Nun konnten wir auch noch an Übergängen zwischen vorwärts-abwärts und vorwärts-aufwärts arbeiten. Für unsere Begriffe hat das alles sehr gut geklappt, auch die Konzentration und Aufmerksamkeit meiner Prinzessin war mir (fast) sicher, was leider meistens nicht der Fall ist.
Mit einem Fleißsternchen fürs Seitengängeüben von Kathrin ging der Kurs für mich zu Ende.

Vielen Dank, Kathrin und auf viele weitere Erleuchtungen!!

Nachdem ich mir das Video von dieser Reitstunde angesehen habe, würde ich sagen, dass ich in Zukunft daran arbeiten muss, die Hufe eher vom Boden zu lösen, damit der Rückschub von Vor- und Hinterhand abgekürzt wird. Dieser macht Saluts ohnehin schon komplizierten Rücken unnötig lang und sorgt dafür, dass er durchhängt und Salut sich nicht von hinten tragen kann. Außerdem kippt das ganze Pony deutlich auf die Schulter, je mehr sie schiebt. Meinen Schülern habe ich genau das schon so oft gesagt. Aber selber habe ich diese Korrektur viel zu inkonsequent vorgenommen. Das Schlusswort des Tages: Ich sollte öfter auf mich hören!

Sonntag, 27. April 2014

Klein aber fein



Gestern waren wir spazieren. Die Prinzessin, mein Mann und ich. Mein Mann ist sehr musikalisch und hört kleine Taktunreinheiten oder Ungleichmäßigkeiten beim Anschlag von Tönen sehr gut.
Als wir vor vielen Jahren mal in derselben Konstellation unterwegs waren, hat er gehört, dass Salut mit dem rechten Vorderfuß härter auftritt als mit allen anderen Hufen.
Heute waren wir uns einig, dass alle Anschläge gleich klingen. Eine winzig kleine Änderung, die wahrscheinlich niemandem auffällt. Aber mich macht sie stolz. Sie sagt mir, dass unsere Arbeit die Prinzessin in eine bessere Balance gebracht hat, dass sie ihre Vorhand nicht mehr mehr belastet als die Hinterhand und auch nicht eine Seite mehr als die andere.

Montag, 21. April 2014

Stand der Dinge am 5. April 2014 - Kandare, Kurse, Kunststückchen

Ich befürchte, heute hab ich viel zu schreiben, denn es ist viel passiert: Ich habe angefangen, Salut mit Kandare zu arbeiten, wir haben 2 Kurse bei Kathrin als Praxisteilnehmer mitgemacht und natürlich hat sich unsere Arbeit mal wieder etwas verändert. Zum Guten, möchte ich behaupten.
Der Reihe nach.

Im Dezember hatte ich ja immer das Problem, Saluts Kopf mit dem Kappzaum schief zu ziehen, obwohl ich eigentlich nicht wirklich ziehen musste. Sie hat sich schon beim leisesten Impuls verworfen. Mit der Trense hatte ich das gleiche Problem, außerdem will ich diese ja auch nicht zum Stellen oder gar Lenken benutzen. Ich hatte schon festgestellt, dass die Prinzessin besser läuft, wenn sie das merothische Ledergebiss trug, als wenn ich ihr das doppelt gebrochene Gebiss einschnallte. Bisher hatte ich das immer auf das Material geschoben. Aber vielleicht lag es ja auch daran, dass das eine quasi eine Stange war? Ich hab mich also nach einer Kandare umgesehen und mir die portugisische Variante mit wenig Zungenfreiheit zugelegt. Salut nahm sie sofort gut und ich hatte den Eindruck, dass sie den Kopf ruhiger hielt. Aber ich habe die Zügel immer nur hängen lassen und mich ausschließich mit dem Kappzaumzügel beschäftigt, weil ich mir nicht sicher war, wie ich Salut das neue Gebiss mit der anderen Einwirkung nun am besten beibringen soll. Dann kam zum Glück unser erster Kurs mit Kathrin, bei uns am Hof....

Kurs Akademische Reitkunst mit Kathrin Tannous bei Freewalker´s Home in Lünen
Melli und ich haben diesen Kurs zusammen organisiert und es war eine ganz schön aufregende Arbeit, sag ich euch. Aber darum soll es ja hier nicht gehen. Auch nicht darum, dass die meisten Praxis- und Theorieteilnehmer vorher nichts mit der Akademischen Reitkunst zu tun gehabt hatten.
Jeder Teilnehmer hatte 3 halbe Einzel-Reitstunden. Da ich eine davon an meine liebe Reitbeteiligung abgegeben habe blieben 2 für mich. In der ersten haben wir Handarbeit gemacht, in der zweiten bin ich geritten. Die Handarbeit war seit meiner letzten Stunde besser geworden, das seitliche Ausbrechen nach Außen (also gegen mich) war reduziert, Stellung und Biegung einfacher zu holen und erhalten, die ganze Arbeit insgs. runder.Was nicht so gut funktionierte war die einzelne Ansteuerung der Hinterbeine, besonders des inneren (also von mir entfernten).
Kathrin hat mir erklärt, wie ich Salut im Stehen erklären kann, was die Parade an der Kandare bedeutet. Außerdem soll ich ab sofort darauf achten, dass für die Schulparaden immer der innere Hinterfuß weiter vorne steht als der äußere und dass Salut ihr Gewicht wirklich auf den inneren verlagert und die innere Hüfte vor kommt.
In der zweiten Stunde bin ich geritten und da war leider der Wurm drin. Mein Sitz war irgendwie "kaputt", ich war steif und schief, das hab ich auch gemerkt, aber ich hatte Schwierigkeiten, gerade zu werden. Entsprechend war auch Salut steif. Hier haben wir das Henne-und-Ei-Problem. Man weiß nicht, was zu erst da war, aber wir haben uns definitiv gegenseitig nicht gerade geholfen. Wie dem auch sei, eine wichtige Botschaft habe ich trotzdem mitgenommen: Die Stellung im Genick und die in der Hüfte spiegeln sich. Je besser und sauberer ich mein Pony im Genick gestellt bekomme, umso schöner krieg ich auch ihre innere Hüfte vor.

Kurs mit Kathrin auf dem Traberhof Scholl in Rees
Oje, war das aufregend für meine Prinzessin! In unserer ersten Stunde mussten wir mehr Zeit mit beruhigen verbringen als mit der eigentlichen Arbeit. Mit ihren Kumpels als Aufpasser in den Ecken ging es dann aber.
Insgesamt konnten wir einige Erkenntnisse und Ansätze zum Weiterarbeiten mitnehmen. Zum Beispiel, dass die Bewegung im Schritt besser wird, wenn ich kurz vor Trab bin. ...

     Bilder von Stefan Bigusch



Kunststückchen
Hm ja, eigentlich hatte ich mit dem Thema abgeschlossen, nachdem die Prinzessin mir mitgeteilt hatte, dass sie den denn nicht versteht und ich auch eigentlich lieber andere Sachen mache. Aber nachdem bei uns am Stall Kunststückchen so in sind hab ich es halt auch nochmal probiert. Gähnen und Kopfschütteln sollten es sein. Der Zufall hat mir ein paar Mal geholfen und ich dachte schon, es hätte dieses Mal wirklich geklappt, aber es ist dann doch beim Zufall geblieben. Aber bisher hab ich nicht aufgegeben....



Mittwoch, 22. Januar 2014

Stand der Dinge am 18. Januar 2014

Bei der letzten Reitstunde hat mir Kathrin verordnet, die Bodenarbeit einhändig zu machen. Meine neue und vorerst einzige Führposition ist jetzt links von Salut. Ich halte die Zügel mit der linken und die Gerte mit der rechten Hand. Das war eine ganz schön große Herausforderung, die mich Nerven gekostet hat. Anfangs ging es nur sehr schwer, weil Salut die neue Situation nutzte, um ständig über die äußere Schulter abzuhauen. Egal, ob ich dabei innen oder außen war. Ich habe dabei leider auch den Kappaum stärker eingesetzt als ich möchte. Aber dann wurde es langsam besser. Salut versteht mich jetzt besser und reagiert auch etwas schneller auf die Zügelhilfen am Hals. Das hat sich sogar aufs Reiten ausgewirkt, wie ich  neulich erfreut feststellen konnte! Nur läuft sie mir bei der Bodenarbeit immernoch gerne nach außen weg. Arbeite ich beidhändig, tendiere ich wohl dazu, den inneren Zügel zu fest anzunehmen, sie verwirft sich im Genick.
Hier habe ich ein paar Bilder von uns beim Reiten.

Fotografien von Stefan Bigusch

Wie ihr seht klappt Kruppeherein im Schritt linke und rechte Hand recht gut. Auf dem dritten Bild bin ich auch mit dem Trab zufrieden.

Von den Bildern bei der Bodenarbeit war ich entsetzt - dass Salut sich gerne mal verwirft weiß ich ja, aber dass es so schlimm ist hätte ich nicht gedacht! Hier sind nur die zwei besten Bilder, die anderen sind zu schlimm.

Fotografien von Stefan Bigusch
Wir üben hier gerade die Traversale im Schritt.





Freitag, 18. Oktober 2013

Stand der Dinge am 18. Oktober 2013

Genau zwei Monate nach dem letzten Bericht hat sich Ponys äußere Form enorm verändert. Leider habe ich keine Vergleichsfotos, ihr müsst es mir so glauben. Die Hinterhand ist runder geworden, der Rücken wird besser getragen, hängt nicht mehr so durch. Die gesamte Oberlinie hat enorm gewonnen und ist besser bemuskelt. Die ominöse Kerbe vor dem Widerrist (s. August) ist fast verschwunden, genau wie die merkwürdigen Muskeln. Salut läuft deutlich besser auf der Hinterhand, beugt sogar manchmal im Freilaufen die Hanken im Galopp und sieht nicht mehr aus, als ob in der Mitte die Verbindung fehlt. Laut Kathrin, unserer Trainerin, sind bei der Arbeit Schritt und Trab besser geworden.
Wie kommt das?
Nun, ich habe viel gearbeitet, je mehr ich lerne, je mehr ich übe und mich selbst, meinen Blick und meine Hilfengebung schule, umso schneller können Veränderungen vonstatten gehen. Die Arbeit an der Schulparade bringt das Pferd mehr auf die Hanken und nimmt Gewicht von den Schultern.
Außerdem hat das viele Hängertraining wohl Spuren hinterlassen. Da mein Zauberfeenhexchen auf dem Hänger den Großteil ihres Gewichts nach hinten verlagert, teilweise (inzwischen nicht mehr steigt, aber) Schulparaden oder Levade zeigt (was von mir natürlich in der Situation weder beabsichtigt ist noch toleriert wird), hat sie sich selber diese schöne, kräftige, runde Hinterhand antrainiert.
Und nicht zu vergessen die Heilpraktikerin mit ihren Hot Needles, mit denen sie erstaunlicherweise auf einen Schlag viele Steifigkeiten gelöst hat.

Sonntag, 18. August 2013

Stand der Dinge am 18. August 2013

Als ersten Post möchte ich heute mit einem Statusbericht beginnen, damit - hoffentlich - im Laufe der Zeit eine Entwicklung sichtbar wird.

Ich hole zuerst einmal etwas aus und zwar bis zum Anfang des Jahres:
Im Winter war mein Zauberfeenpony nicht gut drauf. Leider konnte auch vom Tierarzt nicht abschließend geklärt werden, was ihr fehlt, klinisch war alles in Ordnung. Aber sie hatte einfach keine Energie, keine Motivation, keinen Ehrgeiz.
Nach gut 3 Monaten absolutem Schongang haben wir dann im April neu angefangen. Zum Glück war nicht allzu viel verloren gegangen. Klar, die Muskeln waren nicht mehr so gut ausgeprägt und alles war etwas steif, aber Schulter- und Kruppeherein waren noch da und auch die Gangarten gingen halbwegs.
Einmal im Monat kommt meine Reitlehrerin aus Dänemark angereist (www.kathrintannous.de). Und die meint auch, dass wir uns entwickeln. Zuletzt war sie im Juli bei uns und wir haben vom Boden am Schulhalt gearbeitet, ich konnte ihr zeigen, dass wir auch vom Boden galoppieren können und die Seitengänge Schulterherein und Kruppeherein funktionierten auch etwas besser im Trab.
Wir haben festgestellt, dass auf dem Weg zum Schulhalt die Gerte an der Schweifrübe gehalten etwas hilft, um die oberen Gelenke der Hinterhand zu beugen. Beim Reiten bot das Zauberfeenpferdchen plötzlich einen versammelten Schritt an, den ich als Hausaufgabe weiter ausbauen sollte. Der Trab war dagegen eher schlecht. Diesen sollte ich nur ausprobieren, wenn wir einen wirklich guten Tag haben. Der Galopp war zu meiner großen Freude recht schön und nett gesprungen.

Und jetzt heute, Mitte August, also etwa einen Monat später:
Wir waren ausgestattet mit dem Kappzaum (Zügel seitlich) auf dem Reitplatz zur Bodenarbeit. Der Schritt war zuerst sehr vielversprechend, flüssig und fleißig. Linker Hand tendiert leider die HH immer dazu, rein zu laufen. Das machte mir das Schuterherein heute sehr schwer, aber es ging. Kruppeherein und Traversale im Schritt, sowie traversales Wenden waren linker Hand einfacher, auch in Stellung und Biegung.
Rechter Hand fiel dem Prinzesschen die Biegung schwer, hier fiel sie mir oft beim Kruppeherein aus, das heißt, sie trat mit dem äußeren Hinterhuf nicht unter den Schwerpunkt, sondern außen am Körper vorbei. Korrektur über Schulterherein hat geholfen, aber alles in allem waren hier die Seitengänge unsicherer und Traversale war nicht drin. Das passt ja sehr gut ins Bild, das ich mir auf der linken Seite gemacht hatte.
Beim Antraben wird das Ponylein leider neuerdings im Hals total fest, sie stellt den Kopf hoch und stakst nur langsam vorwärts, schön ist anders. Was da ist, weiß ich nicht. Mir ist aber heut auch aufgefallen, dass am Übergang vom Hals in den Wiederrist ein ungewöhnlicher Muskel gewachsen ist, der da sicher nicht hingehört. Außerdem hat der Hals an der Oberseite so eine merkwürdige Kerbe bekommen, wie man sie öfter bei schlecht gerittenen Pferden sieht. Ich muss das unbedingt überprüfen lassen und vielleicht mehr vorwärts-abwärts arbeiten.

Außerdem haben wir heute, vor der Bodenarbeit, auch Hängertraining gemacht. Leider schoss die Zauberfeenhexe wie schon früher gerne urplötzlich rückwärts und stieg dann auch mal. Ich hatte zum Glück eine Freundin dabei, die mich sehr gut unterstützt und auch selber mal den Strick in die Hand genommen hat. Bis wir zusammen weg fahren können, werden wir aber noch viel üben müssen.